In Hessen läuft’s: Die App LateBack von Michael Zierlein (li.) und Sebastian Hennig wird schon beim RMV eingesetzt. Foto: Dennis Baro
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Gaby Pöpleu, Hamburg

Die Bahn kommt zu spät, der Bus ist deshalb schon weg – das ist wirklich blöd, kommt aber vielen HVV-Fahrgästen bekannt vor. Doch Antrag auf Rückerstattung des Fahrpreises ist ein Riesenaufwand, lohnt nicht für ein paar Euro, denken viele. Das könnte sich mit der neuen App des Frankfurter Startups LateBack jetzt ändern. Die Gründer Sebastian Hennig und Michael Zierlein wollen damit den Erstattungsablauf vereinfachen.

Seit Januar 2011 gibt’s für HVV-Kunden bei Verspätungen ab 20 Minuten Geld zurück. Mit der LateBack-App kann man das direkt und noch von unterwegs beim HVV beantragen. Das Ganze dauert nach Angaben des Unternehmens weniger als eine Minute und bietet zudem eine Übersicht über alle bisher erstatteten Anträge.

In Hessen gibt es schon eine LateBack-App für den Rhein-Main-Verkehrsverbund: Knapp 250.000 Euro wurden dort in sieben Monaten über die App zurückerstattet, an Spitzentagen werden bis zu 2.000 Antränge übermittelt. Der Ablauf der Rückerstattung funktionierte dort vorher ähnlich umständlich wie beim HVV, allerdings gibt’s dort schon bei zehn Minuten Verspätung Geld zurück.

App ist komplett kostenlos und werbefrei

Auch in Hamburg ist LateBack für die Nutzer komplett kostenlos, es gibt weder Werbung noch werden die Nutzerdaten an Werbende weitergeleitet, es gibt weder Abo- noch Downloadkosten, versichern Zierlein und Hennig.
Womit verdienen die Anbieter dann ihr Geld? Mit ihrem zweiten Standbein, dem gleichzeitigen – bezahlten – Entwickeln von IT-Lösungen für die Verkehrsverbünde. „Wir entwickeln algorithmische Lösungen, die dabei helfen sollen, interne Prozesse zu optimieren und zu automatisieren“, so Hennig. LateBack kann ab sofort im App Store (Apple) und Google Play Store (Android) heruntergeladen werden.).

So funktioniert die Geld-Zurück-Garantie
Bei einer Verspätung von Bus oder Bahn von mehr als 20 Minuten am Zielort erstattet der HVV die Hälfte des Fahrpreises, bei Zeit-, Tages- oder Gruppenkarten anteilig.
Eine direkte Online-Datenübertragung aus der HVV-App funktioniert noch nicht: Auf der Internet-Seite des HVV muss deshalb zunächst ein Eingabeformular ausgefüllt werden. Dafür gibt es eine Eingangsbestätigung. Unter Tel. 32 88 48 49 ist eine Verspätungsbeschwerde telefonisch möglich.
Wenn ein Anspruch besteht, kommt per E-Mail oder Post ein Buchungsbeleg mit dem Entschädigungsbetrag und einer Buchungsnummer. Innerhalb von drei Monaten kann man damit und mit der Fahrkarte in den HVV-Servicestellen das Geld bar abholen, bei mehr als fünf Euro mit Personalausweis.
Der Antrag muss innerhalb von drei Tagen gestellt werden.

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