Kandidatin der grünen Bezirksfraktion: Katja Husen (43) soll neue Bezirksamtsleiterin werden. Foto: pr
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M. Greulich, Eimsbüttel

Die Amtszeit von Bezirksamtsleiter Kay Gätgens läuft noch bis Januar 2023, doch die Grünen wollen den SPD-Politiker nach ihrem Erfolg bei den Wahlen zur Bezirksversammlung (BV) vorzeitig abwählen. Als Kandidatin für Gätgens Nachfolge hat sich die Fraktion der Grünen für Katja Husen entschieden. Die Abstimmung in der Bezirksversammlung wird für Oktober erwartet.

Wie wird der Bezirk künftig regiert?
Überraschend kündigten die Grünen die rot-grüne Kolation mit der SPD (das Elbe Wochenblatt berichtete). Stattdessen koaliert der grüne Wahlsieger nun mit der CDU.

Die Koalitionsverhandlungen sind erfolgreich abgeschlossen, den Schwerpunkt legten die Kreisvorsitzenden Till Steffen (Grüne) und Rüdiger Kruse (CDU) auf das Thema Verkehr. Fußgängern und Radfahrern soll unter grünschwarz Vorrang vor dem Autoverkehr eingeräumt werden.

Wer ist die Kandidatin?
Katja Husen ist Geschäfts­führerin zweier medizinischer Zentren am UKE. Die 43-jährige Biologin war von 2004 bis 2008 Mitglied der Bürgerschaft. Sie ist langjähriges Mitglied der Grünen, war im Vorstand der Grünen-Jugend und gehörte dem Bundesvorstand der Partei an.

Wie liefen ihre Vorstellungsgespräche?
Wie nicht anders zu erwarten, kam sie in der grünen Bezirksfraktion gut an. Die Fraktionsvorsitzende Lisa Kern sagte: „Katja Husen hat viel Führungserfahrung und findet sich auf der politischen Ebene sehr gut zurecht. Es ist wichtig, dass wir mehr Frauen mit den notwendigen Kompetenzen in Führungspositionen integrieren Diese Kompetenzen bringt sie nachgewiesenermaßen mit.“ Christdemokrat Kruse bezeichnete Husens Nominierung als „recht gutern Vorschlag, weil sie eine Zeit lang raus aus der Parteipolitik und damit unabhängig ist“.

Gibt es Kritik?
In der SPD wurde der Vorwurf laut, Husen verfüge über keine Verwaltungserfahrung. Die FDP wird in der morgigen Sitzung der BV ein öffentliches Ausschreibungsverfahren für die Bezirksamtsleitung fordern. Den Misstrauensantrag gegen Gätgens lehnt die FDP wie die SPD ebenfalls ab. Kay Gätgens wehrte sich im NDR gegen Vorwürfe der Grünen, er haben den Ausbau des Radwegenetzes im Bezirk verzögert. „Da kann ich ja nur müde lächeln“, so Gätgens. Er habe es geschafft, dass Eimsbüttel jetzt 20 Velorouten für 30 Millionen Euro ausbaue – das sei ein Spitzenwert.

Reicht es für Husen?
Grüne (19 Sitze) und CDU (9) haben die erforderliche Mehrheit der 51 Sitze, um Kay Gätgens abzuwählen und Katja Husen zur neuen Bezirksamtsleiterin zu wählen.

2 KOMMENTARE

  1. Herr Gätgens spricht von 20 Velorouten in Eimsbüttel. Wo sollen die denn sein bzw. hinkommen?
    Auf jeden Fall hat er zugelassen, das im Weidenstieg im Rahmen der Veloroute 2 Kopfsteinpflaster verbaut wird. Sehr passend für eine Veloroute und das nur weil ein paar Anwohner bei der SPD rumkrakeelt haben.

  2. Es gibt definitiv keine 20 Velorouten im Bezirk Eimsbüttel und es wird diese Anzahl auch nicht in Zukunft geben. Mir sind 5 bekannt, die aber alle noch nicht fertiggestellt sind.
    Schon Wahlkampfgeklingel oder eine Bewerbung von Herrn Gätgens für einen neuen Job?

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