Das Außenhaupt der Veringschleuse ist relativ groß, damit es auch Hochwasser abhalten konnte. Heute schützt ein Sperrwerk den Kanal vor Sturmfluten. Foto: Sven Bardua

HAMBURG-SÜD. Die Metropolregion Hamburg lädt zum fünften Mal zu den „Tagen der Industriekultur am Wasser“. Auch der Hamburger Süden ist dabei: Ewer in Finkenwerder, der Harburger Binnenhafen und die Schleuse Veringkanal geben am 28. und 29. September Einblicke in die Geschichte der Industrie am Wasser.
Einst waren sie die „Arbeitspferde“ der Küstenschiffahrt, als die Straßen in den Niederelbe-Marschen noch schlecht waren: In Finkenwerder werden am Köhlfleet-Hauptdeich die Ewer „Frieda“, ein so genannter „Giekewer“ mit einem Mast, und „Johanna“, ein typischer Elbewer für große Frachtmengen, zu sehen sein.
Im Harburger Binnenhafen sind unter anderem zwei betriebsfertig restaurierte Kräne, der „gelbe“ und der „blaue“ Kran zu sehen. Das ganze Viertel ist ein Beispiel für die neue Nutzung eines früheren Industrieviertels als moderner Wohn- und Arbeitsort am Wasser.
Eine alte Schleuse vertritt Wilhelmsburgs Industriegeschichte: Der von 1894 bis 1897 erbaute Veringkanal war früher für die Wilhelmsburger Industrie ein wichtiger Verkehrsweg. Eine Schleuse verbindet den Kanal mit dem Reiherstieg-Hafen. Ungewöhnlich: Die Kammerschleuse hat am Außen- und am Binnenhaupt je zwei Stemmtorpaare – insgesamt also acht Tore. So können Schiffe bei jedem Wasserstand in den tideabhängigen Reiherstieg geschleust werden. Seit den 1990er Jahren fahren hier aber nur noch Freizeitschiffer. 2007 ließ die Kanalgenossenschaft die Schleuse aufwendig sanieren. Die Geschichtswerkstatt entwickelt einen Geschichtspfad entlang des Kanals.
Norddeutschlandweit sind 122 Industriedenkmale zu sehen, es gibt über 250 Veranstaltungen. Das komplette Programm zum Download und weitere Info sind zu finden unter
❱❱ www.tagederindustriekultur.de

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