Jürgen Beeck von der Initiative „Starten: BahnWest!“ übergibt Liane Melzer im Altonaer Rathaus den „Bahrenfelder Appell“. Foto: pr

Horst Baumann, Hamburg-West

Es war eine Grundsatzentscheidung die Bürgermeister Peter Tschenscher im Juli verkündete. Lurup und der Osdorfer Born werden mit einer S-Bahn angeschlossen, die in Planung befindliche Bahrenfelder Science City ebenfalls. Außerdem bekommen die Arenen im Volkspark einen U-Bahnanschluss (das Elbe Wochenblatt berichtete).

„Ich freue mich sehr, dass die S-Bahn gebaut wird“, fasste es Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer bei ihrer Abschiedsrede im Festsaal des Rathauses zusammen. Ebenso wie Melzer hatten sich die Fraktionen der Bezirksversammlung und die Verkehrsinitiative Starten: Bahn West! (StBW) für die S-Bahn-Variante ausgesprochen. „Die Strecke hat im Gegensatz zur U-Bahn-Variante den Vorteil, dass sie sofort an das bestehende S-Bahn-Netz angeschlossen werden kann“, sagt StBW-Sprecher Jürgen Beeck.

Kritik äußert Beeck daran, dass der ursprüngliche Halt in Lurup-Nord an der Luruper Hauptstraße in der derzeitigen Planung nicht mehr vorgesehen ist. Die angekündigte Fertigstellung in den 2030er-Jahren sei „ebenso unbefriedigend wie ein fehlendes Konzept für die Bewältigung des öffentlichen Nahverkehrs bis zur Eröffnung der S32“, so Beeck.

Klappt es im vierten Anlauf?

Die Verkehrsinitiative will weiter wachsam bleiben, was die Verwirklichung der Schnellbahnpläne des Senats anbelangt. Dieses Misstrauen rührt daher, dass bereits 1973 die Pläne für eine U-Bahn zum Osdorfer Born vorlagen. Nach der Bürgerschaftswahl 1974 wurden sie ebenso zu den Akten gelegt, wie die Stadtbahnen 2001 und 2010/11. „Das darf beim vierten Anlauf nicht noch einmal passieren“, fordert Beeck.
Im Osdorfer Born wartet man auf die vom Senat versprochene Einführung eines Expresspusses. Der X3 soll bis zum Jungernstieg fahren.

In der Borner Runde diskutierten 30 Teilnehmer mit Joachim Wiucha vom HVV über die stark verbesserungswürdigen Busverbindungen. Besonders schmerzlich ist es, dass der Metrobus 3 alle fünf Minuten bis zur Stadionstraße fährt, aber nur alle 20 Minuten zum Osdorfer Born. Wenn sich der Verkehr auf der A7 staue, seien die Auswirkungen im gesamte öffentliche Busverkehr im Hamburger Westen zu spüren. „Hier muss dringend etwas passieren“, hieß es in der Runde. Busspuren oder intelligente Ampelsteuerungen müssten durchgehend eingeführt werden.

S32
Die 8,3 Kilometer lange Neubaustrecke vom S-Bahnhof Holstenstraße bis zum Osdorfer Born soll zum größten Teil im Tunnel verlaufen. Durch den Wegfall der Haltestelle Lurup-Nord wird die Strecke kürzer. Sie könnte jetzt allerdings vom Osdorfer Born weiter nach Schenefeld verlängert werden. In der jetzt vorgestellten Planung wurde der Bahnhof deshalb um 90 Grad gedreht.
Die Baukosten der S32 stehen noch nicht fest.

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