Die Demo auf der Zufahrt zur Sportanlage. Foto: ms

Mateo Schneider, Stellingen

Der ganz reale Irrsinn: Unter diesem Titel sendet das NDR-Satiremagazin „extra 3“ Beispiele aus dem realen Leben, die kopfgemachter Satire in nichts nachstehen. Die bizarre Behördenposse um einen sicheren Zugang zur neuen Sportanlage Vogt-Kölln-Straße wäre ein heißer Kandidat für die Sendung. Allerdings kann von den Betroffenen niemand mehr über das absurde behördliche Theaterstück lachen.

Seitdem der als Provisorium für die Zeit der Bauarbeiten aufgetragene Zebrastreifen nach deren Ende Anfang Mai auf Geheiß der Polizei wieder abgetragen wurde, ist der Zugang zum Sportplatz über die stark befahrene Durchgangsstrecke gefährlich geworden. Vor kurzem wurde ein kleiner Junge hier beinahe von einem Bus überrollt.

Das Bezirksamt Eimsbüttel und die Polizei schieben sich den schwarzen Peter zu

„Meine Söhne fahren nicht mehr alleine zum Fußball. Die Eltern werden gewissermaßen ins Elterntaxi gezwungen“, sagt Karin Hinkelmann. Die dreifache Mutter kämpft mit dem Elternrat der Schule Wegenkamp gemeinsam mit den beiden die Sportanlage nutzenden Sportvereinen SV West-Eimsbüttel und TSV Stellingen 88 um einen neuen Zebrastreifen.
Doch das hört sich einfacher an, als es ist. Seit Monaten schieben sich Polizei und Bezirksamt gegenseitig den Schwarzen Peter für eine Fehlplanung zu, die sprachlos macht.

Eine vom Bezirksamt als Provisorium gewünschte Tempo-30-Zone mit einem Zebrastreifen werde von der Polizei abgelehnt, so das Bezirksamt. Dafür fehle die rechtliche Voraussetzung, ein Gehweg auf der dem Sportplatz anliegenden Straßenseite, so die Polizei. Zuständig für die Planung sei das Bezirksamt. Das erklärt, alle seien sich darüber einig, dass die derzeitige Situation nicht so bleiben könne. Man arbeite an der Planung. Und die Polizei erklärte sich immerhin bereit, an der Zufahrt eine Zählung der Querungen durchzuführen.

Bei entsprechenden Zahlen könne ein Zebrastreifen angeordnet werden.
Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben Eltern, Kinder und die beiden Sportvereine am vergangenen Sonnabend eine Demonstration abgehalten. Neben einer Unterschriftensammlung hatten Kinder einen selbstgebastelten Zebrastreifen mitgebracht und über die die Straße gehalten. Für wenige Minuten war der Übergang wieder ein kleines bisschen sicherer.

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