Unübersehbar: Transparent vor dem Maharaja. Foto: kp flügel

KP Flügel, St. Pauli

Unübersehbar machen Transparente am Neuen Pferdemarkt die Passanten darauf aufmerksam, dass sich die Inhaber des Restaurants Maharaja gegen einen dort geplanten Neubau wehren. Direkt betroffen von dem Bauvorhaben ist Kathrin Guthmann, die Betreiberin des Restaurants, das sie in den Räumlichkeiten an der Rindermarkthalle seit November 2016 betreibt: „Ich bin bei der Vertragsunterzeichnung in keiner Weise darauf hingewiesen oder gewarnt worden, dass hier ein Neubau geplant ist. Diese Planung gab es aber schon, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Hätte ich davon die leiseste Ahnung gehabt, hätte ich das nicht getan.“

Das Gebäude, das zunächst „Built in St. Pauli“ genannt wurde und jetzt „Paulihaus“ heißt wird von der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, Argus, ein Dienstleister im Bereich Stadt- und Verkehrsplanung, Pahnke Markenmacherei und dem Projektentwickler Hamburg Team gebaut. Es ist geplant, die bisherigen Mieter wieder im „Paulihaus“ unterzubringen, dazu gehören eine Autowerkstatt, ein Tonstudio und das Maharaja.

Kathrin Guthmann sagt: „Ich habe mich für sehr viel Geld in diese Größe hier eingekauft. Das Restaurant ist circa 250 Quadratmeter groß, dazu kommen noch einmal mit gleicher Quadratmetergröße die Kellerräume mit Personalraum, Kühlraum, Küche, Vorratsräumen und Toiletten. Dazu die Terrasse mit noch einmal 100 Quadratmetern.“ Die Summe ihrer Investitionen und Renovierungsaufwendungen beziffert sie „nachweislich auf 500.000 Euro“.

„Die mir angebotene Fläche ist nur ein Viertel der jetzigen – und vor allem eine nackte Fläche, die von mir komplett auszustatten wäre, bis hin zur Konzession. Das kostet schnell mal 500.000 Euro“. Für sie inakzeptabel, da sie sich deutlich verkleinern müsste. „Wie soll das gehen?“ Was die Kommunikation der Bauträger betrifft, die verlauten lassen, dass alles mit den bisherigen Mietern unter Dach und Fach sei, nur sie abgelehnt habe, schockiert Kathrin Guthmann.

„Man muss mit allen Mietern gleichwertig umgehen“, fordert die Gastronomin. Das beziehe sich auch auf etwaige Entschädigungen. Die Stadt sieht sie zudem in der Pflicht, ihr alternative Flächen anzubieten. Außerdem kritisiert sie, dass die Anwohner überhaupt nicht informiert beziehungsweise in die Planungen miteinbezogen worden seien.
Der Projektentwickler Hamburg Team entgegnet, es seien 230 Quadratmeter Restaurantfläche angeboten worden, außerdem sei Guthmann in den Mietvertrag des Feuerstein eingestiegen (siehe Infotext).

Stellungnahme
Regine Jorzick vom Projektentwickler Hamburg Team sagt zur Kritik von Kathrin Guthmann: „Genauso wie mit den anderen Bestandsmietern auf dem Grundstück, dem Tonstudio und der Autowerkstatt, haben wir mit Frau Guthmann gemeinsam geplant und ihr im neuen Gebäude eine Gastraumfläche von circa 230 Quadratmetern angeboten. Lagerflächen in demselben Umfang wie jetzt konnten wir ihr leider nicht anbieten, beziehungsweise die Suche nach entsprechenden Lösungen war noch im Gange, als Frau Guthmann die Gespräche mit uns abbrach. Worüber Frau Guthmann bei Vertragsunterzeichnung vom Betreiber des Restaurants Feuerstein, in dessen Mietvertrag sie eingestiegen ist, informiert wurde, das wissen wir natürlich nicht. Fest steht, dass es vor Vertragsunterzeichnung bereits eine öffentliche Infoveranstaltung zum Neubauvorhaben im Stadtteil gab, bei der der Betreiber des Feuersteins zugegen war.“ EW

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