Erzbischof Stefan Heße bei einem Besuch der Katholischen Schule Harburg. Foto: schommer

Am Standort des jetzigen Niels-Stensen-Gymnasiums
wird eine dreizügige Grundschule entstehen ­– aber der Stadtteilschulzweig soll auslaufen

Olaf Zimmermann, HARBURG. Die Katholische Schule Harburg bleibt bestehen. Die frohe Botschaft kam am Montag um 11.29 Uhr per E-Mail. Erzbischof Stefan Heße habe sich, so hieß es in der 19 zeiligen Mitteilung, in Abstimmung mit dem Wirtschaftsrat des Erzbistums Hamburg für den Erhalt der beiden katholischen Schulstandorte in Harburg und Barmbek entschieden.
„In Harburg wird das Erzbistum Hamburg die Grundschulstandorte zusammenfassen und am Standort des jetzigen Niels-Stensen-Gymnasiums ganz neu entwickeln“, teilte Christoph Schommer, zuständiger Sprecher des Erzbistums, auf Anfrage mit. „Geplant ist eine dreizügige Grundschule mit Vorschule. Der Stadtteilschulzweig läuft aus. Im kommenden Jahr wird keine neue fünfte Klasse aufgenommen.“ Am Standort Niels-Stensen-Gymnasium (NSG) wird alles grundschulgerecht umgebaut, außerdem werden eine Turnhalle, eine Mensa und Gemeinschaftsflächen neu gebaut.
Was kostet das Ganze? „Der Investitionsbedarf für die Entwicklung der Grundschule am Standort des heutigen NSG liegt bei 7,4 Millionen Euro.“ Die reinen Baukosten betragen rund 4,2 Millionen Euro, weitere 3,2 Millionen sind für Baukostensteigerungen, Außenanlagen und Interimslösungen als Puffer eingeplant.
Für die Erhaltung des Stadtteilschulzweigs in Harburg reicht nach den Worten des Erzbischofs das Geld nicht. Insgesamt wurden für die Katholische Schule Harburg 2,9 Millionen Euro gespendet.
„Ich freue mich, dass zumindest eine katholische Schule im Hamburger Süden bleibt. Schade, dass es nur eine Grundschule ist“, kommentierte Peter Meinke, Diakon im Ruhestand der St. Maria-St. Joseph-Gemeinde.
Daria Wolf (Pfarrgemeinderat St. Maria-St. Joseph) sagt: „Ich freue mich sehr, dass es die Menschen in Harburg geschafft haben, 129.000 Euro zusammen zu bekommen. Ein ganz großes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender, die damit zeigen, wie wichtig ihnen christliche Bildung in Hamburgs Süden ist. Ich bedaure sehr, dass das Erzbistum Hamburg die Stadtteilschule nicht weiterführen wird. Es bleibt meine Sorge, ob die katholische Grundschule dauerhaft bestehen und finanziert werden kann. Hoffen wir, dass es sie auch in einigen Jahren noch geben wird und dies nicht ein Sterben auf Raten ist.“
Von den ursprünglich 21 katholischen Schulen in Hamburg sollen jetzt 15 erhalten bleiben. Insgesamt will das Erzbistum in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung der Schulen investieren.

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