Sichtbares Denkmal: eines der Grindelhochhäuser. Foto: Katrin Neuhauser

Gaby Pöpleu, Eimsbüttel

Den Michel kennt jeder Hamburger, und auch das Bismarck-Denkmal ist den meisten ein Begriff. Doch in Hamburg stehen viele bedeutsame Bauwerke, die an Vergangenes erinnern. An den Tagen des Offenen Denkmals vom 6. bis zum 8. September öffnen auch in Eimsbüttel viele von ihnen für Sonderveranstaltungen. Eine Auswahl:

– 1946 bis 1956 wurden am Grindel die ersten Wohn-Hochhäuser Deutschlands erbaut. Eingebettet in ein aufwendig gestaltetes Außengelände entstanden zwölf Hochhäuser mit neun bis 15 Geschossen. Sie stehen seit 2000 unter Denkmalschutz und gehören zum größten Teil dem städtischen Wohnungsunternehmen Saga. Ein Rundgang vermittelt Einblicke in Geschichte und Architektur. Auf der sonst nicht öffentlichen Dachterrasse können angemeldete Besucher (Tel. 426 66 97 97) bei Kaffee und Kuchen die Aussicht genießen.

E 1868 bis 1870 entstand nach Plänen des Hamburger Rathaus-Architekten Martin Haller der Sommersitz des Hamburger Kaufmanns Wilhelm Amsinck als viergliedriger Putzbau, der zum ihn umgebenden englischen Landschaftsgarten von J. C. Jürgens passen sollte. Heute beherbergt die Amsinck-Villa, Beim Amsinckpark 18, eine Kindertagesstätte. Das Haus kann Sonnabend von 12 bis 16 Uhr besichtigt werden, Führungen sind für 13, 14 und 15 Uhr geplant.

– An der Julius-Vosseler Straße entstand 1931 im damals noch preußischen Lokstedt eine ganze Siedlung im Bauhaus-Stil. Der Entwurf stammte von den jüdischen Architekten Semmy und Bernd Engel sowie von Hermann Rickert. 136 Einfamilienhäuser in Form von zweistöckigen Doppel- und Reihenhäusern waren vorgesehen. Die Siedlung wurde von der gemeinwirtschaftlichen „Bauhütte Bauwohl GmbH zu Hamburg“ im Auftrag der privaten Bauherren errichtet. Eine Führung durch die Geschichtswerkstatt Eimsbüttel startet um 14 Uhr an der Julius-Vosseler-Straße 189.

– Das einst dreistöckige frühere Schulgebäude Sootbörn 22 wurde 1927 von den Bauhaus-Architekten Ernst und Wilhelm Langloh errichtet und zunächst als Reformschule genutzt. Nach einer Flughafenerweiterung Ende der 1950er Jahre wurden zwei Stockwerke abgetragen. Anfang der 1990er Jahre wurde das Haus, damals Schulmöbellager, zu einem Künstlerhaus mit 15 Ateliers. Ausstellungsraum und Foyer dienen heute für Ausstellungen und Konzerte. Das frühere Schulhaus kann am Sonntag von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden, Führungen gibt es stündlich und nach Bedarf.

Das vollständige Denkmaltag-Programm gibt’s unter
❱❱ www.denkmalstiftung.de/denkmaltag

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here