Auf dem Grundstück nördlich der Soul-Kitchen-Halle am Veringkanal regt sich bislang nichts. Foto: cvs
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Behörde plant hier Mix aus Kultur und Gewerbe

Von Christopher von Savigny, WILHELMSBURG.
Ein Bauzaun umgibt das Gelände, auf einem Schild steht „Betreten verboten“. Auf dem Grundstück nördlich der Soul Kitchen-Halle in der Industriestraße wurde seit vielen Jahren nichts gemacht.
Mathias Lintl, ehemaliger Betreiber der „Soul Kitchen“, hatte nach dem Aus des Musikschuppens vor rund vier Jahren die Idee, das westliche Veringkanal-Ufer mit einem „Soul Village“ zu beleben – ohne Erfolg. „Das Ganze ist ein Trauerspiel“, sagt Lintl. Geplant war damals eine Art „stadtentwicklungspolitisches Freiraumlabor“ mit „vertikalen Gärten, Band-Proberäumen, einem kleinen Sandstrand sowie Möglichkeiten für Videokunst und architektonische Experimente“.
Doch die Stadt – Besitzerin der Fläche ist die Finanzbehörde – zeigte sich nicht interessiert. Sicher auch wegen der zu erwartenden Kosten: So schätzte der Sanierungsbeirat Südliches Reiherstiegviertel, dem Lintl sein Projekt damals vorgestellt hatte, die Kosten auf deutlich über eine Million Euro.

In Teilen wurde das Gelände bisher von
einer Spedition genutzt.
Claas Ricker,
Sprecher
Finanzbehörde

Anfang Mai dieses Jahres geriet das Areal nochmal kurzzeitig ins Rampenlicht, als Mitglieder aus der Bauwagenszene das Grundstück im Anschluss an die Demo „Mietenmove“ kurzzeitig besetzten. Was nun? Inzwischen lässt sich die Behörde ein wenig in die Karten gucken. „In Teilen wurde das Gelände zuletzt von einer Spedition genutzt“, erklärt Claas Ricker, Sprecher der Finanzbehörde. Die Stadt stehe in Verhandlungen mit Unternehmen über eine Vergabe, die aber auch „kultur-kreative“ Nutzungsanteile beinhalten müsse.
„Ein denkbarer Nutzungsmix ist beispielsweise eine Brauerei mit Ausschank als frequenzbringendes und belebendes Element in der zu sanierenden Halle, gekoppelt mit kleineren (Neubau-) Einheiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft“, so Ricker.
Die Planungen könnten ein
erster Schritt in Richtung des von den Zinnwerken geforderten „Kulturkanals“ sein. Allerdings müsste das Grundstück zu diesem Zweck aus der Industrieausweisung entlassen werden.
Mathias Lintl vermutet, dass das Gebiet als Ausweichfläche für Betriebe aus der Jaffestraße benötigt wird – im Rahmen der Reichsstraßen-Verlegung entsteht dort ein neues „Urbanes Quartier“. „Die Fläche in der Industriestraße zu präparieren, wird in jedem Fall extrem teuer, weil sich dort noch Altlasten und Blindgänger befinden. Wir sprechen hier von mindestens 200 Euro pro Quadratmeter“, sagt Lintl.

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