Die gute Laune lassen sie sich nicht verderben: Irmgard (82) und Manfred Schnitzke (83). Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Normalerweise würde jetzt eine gelernte Haushaltshilfe das wöchentliche Reinemachen übernehmen: Staub saugen, Fenster putzen, Bad und Küche durchwischen – eben das, was so anfällt in einem Zwei-Personen-Haushalt. Doch seit Anfang September hat Irmgard Schnitzke (82) keine Unterstützung mehr. Der Grund: Vor wenigen Wochen hat ihr die Sozialstation Lurup-Osdorfer Born den Vertrag gekündigt – fristgerecht zwar, aber dennoch fühlen sich Irmgard und ihr Ehemann Manfred (83) fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. „Wir empfinden es als Demütigung“, sagt er.

Irmgard Schnitzke ist aufgrund einer Knochenkrankheit stark gehbehindert. Eigentlich wird sie bei ihrer Versicherung, der Barmer Ersatzkasse, unter Pflegestufe 2 geführt. Diese beinhaltet auch körperliche Pflege und Versorgung. Allerdings hatte ihr Mann letztes Jahr diese Aufgaben übernommen, weil das Ehepaar mit den schwankenden Pflegezeiten nicht zurecht kam. Dafür erhält er von seiner Krankenkasse ein Pflegegeld von etwas über 300 Euro monatlich.

Die einzige, was das Renterpaar bis zuletzt noch in Anspruch nahm, war die Putzhilfe. Eine Stunde pro Woche, bezahlt von der Krankenkasse – jetzt sieht es so aus, als müssten sie auch das selbst in die Hand nehmen. Bloß: Warum eigentlich? „Ich habe gehört, dass die Diakoniestation insgesamt etwa 15 Kunden rausgeworfen hat“, berichtet Manfred Schnitzke. „Da kann doch was nicht stimmen!“, findet er.

Als Grund gibt der Anbieter Personalmangel an. „Uns fehlen mehrere examinierte Kräfte, ebenso zwei Personen in der Hauswirtschaft“, erklärt Rainer Franke, Vorstandschef des Diakonie-Trägervereins. Auf Stellenanzeigen hin habe es zuletzt nicht eine einzige Bewerbung gegeben. „Das ist traurig“, so Franke. Am Geld könne es nicht liegen. „Wir zahlen gemäß Tarifvertrag!“

Zu eventuellen weiteren Kündigungen der Sozialstation Lurup-Osdorfer Born wollte sich Franke gegenüber dem Elbe Wochenblatt nicht äußern.

Torsten Nowak, Pressesprecher der Barmer Ersatzkasse Hamburg, bestätigt, dass die Kündigung der Diakonie rechtens sei. „Das muss nicht begründet werden. Auch ein Pflegevertrag kann – egal von welcher Seite – aufgelöst werden, solange die Modalitäten eingehalten werden.“ Allerdings würden im letzteren Fall wohl längere Kündigungsfristen gelten. „Ich würde mir jetzt baldmöglichst einen neuen Anbieter suchen“, so Nowak. Er verspricht, dem Ehepaar Schnitzke eine Liste mit geeigneten Pflegediensten zukommen zu lassen.

1 KOMMENTAR

  1. Hallöchen,
    ich wollte mal nachfragen ob dieser Artikel den Rentnerehepaar geholfen hat und was wurde dagegen getan.
    Das würde mich interessieren und anderen Lesern bestimmt auch. Für eine kleine Info wäre ich Dankbar
    mfg Ch. Oberst

    Ich habe noch eine Frage,
    mein Enkel(16) spielt bei tus-Osdorf/Bloomkamp Fußball, es werden Sponsoren gesucht,
    hätten Sie vielleicht eine Idee
    040/8323344

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