Am Freitag, 6. September, soll im Grünzug am Ufer des Ernst-August-Kanals Müll gesammelt werden. Zangen und Säcke sind vorhanden, bitte eigene Handschuhe mitbringen. Foto: Waldretter
Anzeige


Olaf Zimmermann, WILHELMSBURG.
Noch bilden im Norden des Reiherstiegviertels Weiden, Erlen, Pappeln, Ahorn, Birken und Sträucher einen in 50 Jahren gewachsenen Grünzug. Doch die Idylle täuscht, der Wald soll abgeholzt werden. Hier soll das neue Wohnquartier Spreehafenviertel entstehen. Es wird ganz anders aussehen, als es sich die Bürger im Beteiligungsverfahren gewünscht haben. Mit einem Waldfest wollen mehrere Wilhelmsburger Initiativen jetzt ein Zeichen gegen die drohende Rodung setzen.
Gefeiert wird am Sonntag, 8. September, von 12 bis 18 Uhr, am Honartsdeicher Weg am Ernst-August-Kanal, zwischen Georg-Wilhelm-Straße und Schlen-
zigstraße. Der Spazierweg am Ernst-August-Kanal im östlichen Teil des Waldes wird zur Festmeile. Geplant ist ein leises Fest, mit Essen und Trinken, Spielen und Denken, Musik, Bewegung, Geschichts- und Naturerkundung. Von Keschern im Kanal über Yoga und Bewegungsspiele bis hin zu Kräuter-Spaziergängen und Waldentdeckung mit allen Sinnen reicht das geplante Programm. Es kann zugehört, gebastelt, gelernt, getanzt und gesungen werden. Wichtig: Bitte eigenes Geschirr mitbringen.
Bevor am Sonntag gefeiert wird, soll am Freitag, 6. September, ab 17 Uhr im Wald erst einmal Müll gesammelt werden. Treffpunkt: Honartsdeicher Weg. Dort, wo die Georg-Wilhelm-Straße den Ernst-August-Kanal quert; Ostseite, am Anfang des Waldwegs am Ufer des Ernst-August-Kanals. Zangen und Müllsäcke sind vorhanden, Handschuhe bitte mitbringen.
Zum Fest- (und Putz-)Bünd-nis gehören: die Waldretter, extinction rebellion, der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg, Minitopia, das Bündnis Verkehrswende Hamburg, die Stadtteildiakonie Elbinseln des Kirchenkreises Hamburg-Ost und der Verein Wilhelmsburger InselRundblick.

Geplante Bebauung
Das Spreehafenviertel umfasst einen 20 Hektar großen dreieckigen Bereich zwischen Reiherstiegviertel, Ernst-August-Kanal und dem Spreehafen. Zwei Drittel des Geländes bestehen aus unterschiedlichen Grünflächen, davon sind rund zehn Hektar Wald. Rund 1.000 Wohnungen sollen hier gebaut werden.
Was wollten die Bürger?
Hauptforderungen waren: Die Bebauung an vorhandene Strukturen des Bestandsgrüns anpassen, die Natur schützen, die Ursprünglichkeit bewahren, Grünbereiche naturnah und zum Teil wild belassen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, flächensparend bauen.
Bei der Vorstellung der drei Entwürfe stimmten die Bürger für den Entwurf des Berliner Büros Cobe, der dreimal so viel Grün bewahrt wie in den Wettbewerbsbedingungen gefordert und sogar den Bau von 1.400 Wohnungen für möglich hält.
Ergebnis
Der von der Jury ausgewählte „Biwermau-Entwurf“ sieht vor, dass der Wald größtenteils abgeholzt wird. Entlang der Harburger Chaussee sind drei Wohnblöcke vorgesehen, die sich zur südlichen Wasserseite am Ernst-August-Kanal öffnen. Als zentrales Bindeglied zwischen dem Quartier Vogelhüttendeich und dem Spreehafenviertel soll ein neu geschaffener Quartiersplatz mit Sitzstufen zum Wasser dienen.
Bestehenden Radwege sollen ausgebaut und mit der Veloroute zum Elbtunnel verbunden werden. Der Baumbestand soll im Süden des Quartiers in einem rund 30 Meter breiten, grünen Uferstreifen erhalten werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here