Anwohner konnten die neue Reichsstraße bereits per Fahrrad erkunden. Entlang der Trasse wurden neue Gleisanlagen, Lärmschutzwände und Brücken errichtet. Auf Höhe der Rotenhäuser Straße und an der Kornweide sind neue Anschlussstellen entstanden. Foto: bwvi
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Am 7. Oktober wird die neue Wilhelmsburger Reichsstraße (B4/B75) eröffnet

Olaf Zimmermann, WILHELMSBURG.
Der Termin steht. Am Montag, 7. Oktober, wird die neue Wilhelmsburger Reichsstraße (B4/B75) morgens um 5 Uhr in Betrieb genommen. Bis dahin sollen die letzten Asphaltierungsarbeiten erledigt und die letzten Lärmschutzwände installiert sein.

Welche Vorteile bietet die neue Trasse? Bislang ist Wilhelmsburg durch die Reichsstraße und durch die Bahnanlagen zerschnitten. Unter dem Verkehrslärm leiden viele Menschen. Künftig werden Straße und Schiene gebündelt, eine Trasse fällt weg, neue Lärmschutzmaßnahmen reduzieren die Belastung der Bevölkerung, die Fläche der bisherigen Trasse wird für Städtebau und für den Inselpark genutzt.

Was wird kritisiert? Die Anwohner der bisherigen Bahntrasse befürchten durch den zusätzlichen Straßenverkehr mehr Lärm und eine höhere Schadstoffbelastung. Auch könnte der autobahngleiche Ausbau der Reichsstraße mehr Pendler weg vom ÖPNV auf die Straße locken. Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg hält die gemeinsame Trasse für Schiene und Straße für sehr gefährlich, eine mögliche Evakuierung sei schwierig.

Was wird die 4,8 Kilometer lange verlegte Reichsstraße
kosten? „Die bisher genehmigten Kosten liegen bei 293 Millionen Euro“, teilt Susanne
Meinecke, Sprecherin der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde, mit. Hamburg steuert 10,4 Millionen Euro bei, den Rest trägt der Bund.

2008 wurde ursprünglich mit Kosten in Höhe von 67 Millionen Euro kalkuliert. Wie ist die Kostenexplosion zu erklären? „Im Zuge des Baus haben sich Risiken verwirklicht, die zu Mehrkosten geführt haben“, so Meinecke. „Dazu zählen notwendige Anpassungen bei Bodenverbesserungsmaßnahmen und Bahnanlagen.“ Auch sind im Baubereich die Preise generell deutlich angestiegen.

Ist die Verlegung der Reichsstraße mit der Inbetriebnahme abgeschlossen? Nein. Nördlich der Anschlussstelle HH-Georgswerder werden erstmal nur drei Fahrspuren zur Verfügung stehen, zwei Fahrstreifen Richtung Zentrum, einer Richtung Harburg. Dann wird bis Weih-nachten noch der Teil umgebaut, der jetzt zur Verkehrsführung dient.
Nach dem 7. Oktober erfolgen außerdem der Umbau der Anschlussstelle Wilhelmsburg Süd sowie die Herstellung des zweiten Gleises Hohe Schaar und der Rückbau der Bahnbrücken der alten Wilhelmsburger Reichsstraße, voraussichtlich bis Ende 2020.
Bis Mai 2020 wird die Kornweide wieder in Betrieb genommen. Dann führt die Kornweide wieder auf einer Brücke über die Reichsstraße.“

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