Der neue Coach beim TuS Osdorf heißt Philipp Obloch. Foto: pr
Anzeige


Mateo Schneider, Osdorf

Das Vorgehen war nicht ohne Risiko: Nach siebeneinhalb Erfolgsjahren, dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga und dem Erreichen des Pokal-Halbfinals den Coach Peter Wiehle kurz vor Beginn der Saisonvorbereitung vor die Tür zu setzen, ist mutig.
Garniert wurde die Trennung mit einer sprachlich verschwurbelten Begründung, die bereits daraufhin deutete, dass man es hätte besser wissen können. Durch die Blume signalisierte das jetzt auch der neue Coach Philipp Obloch. „Ich glaube tatsächlich, dass wir das im Vorfeld alle ein bisschen falsch eingeschätzt haben“, sagte der vom Bezirksligisten Roland Wedel geholte Trainer dem Online-Portal fussifreunde. „Uns ist allen irgendwann klar geworden, dass es so extrem schwierig wird.“

Auf der einen Seite der Instinkttrainer und das Alphatier Wiehle, auf der anderen Seite der selbstbewusste Analytiker Obloch, der das Team spielerisch und taktisch weiterentwickeln soll. Darin lag ein Widerspruch, der offensichtlich nur mit dem Rausschmiss Wiehles aufzulösen war.

Oddset-Pokal: Osdorf ist in der vierten Runde

Die Messer waren vielerorts sicherlich schon gewetzt. Aber sie können vorerst wieder zurückgelegt werden. Der mit jungen „No-Names“, Rückkehrer Kevin Trapp und zwei herausragenden Torhütern, dem Belgier Bryan Godts und dem regionalliga-erfahrenen Tjark Grundmann, aufgefüllte Kader hat einen unerwartet guten Saisonstart hingelegt. Einem verdienten Sensations-Auswärtserfolg beim Meisterschaftsfavoriten Teutonia 05 folgten eine Punkteteilung gegen Barmbek-Uhlenhorst, einem weiteren Liga-Schwergewicht, ein 1:1 bei Aufsteiger Tornesch und der Einzug in die vierte Pokalrunde.

„Eine Veränderung oder Weiterentwicklung des Spielstils ist natürlich deutlich leichter, wenn man nicht mit dem Rücken zur Wand steht“, so Obloch weiter. Und genau das haben der Wiehle-Nachfolger und sein Co-Trainer Mahmoud Djebbi erreicht: Eine relative Ruhe um den Kader herum geschaffen, um intensiv an der Weiterentwicklung der Mannschaft zu arbeiten. Und sich nicht von Beginn an mit von außen ans Team heran getragene Diskussionen um Punkte, Klassenerhalt und überhaupt beschäftigen zu müssen.

Selbstverständlich wird es Rückschläge geben, aber eine erste Tendenz deutet darauf hin: Um sich erfolgreich aus einer selbst verursachten verfahrenen Lage wieder heraus zu manövrieren, ist am Blomkamp genügend richtig gemacht worden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here