Anwohnerin Gisela Stange vor ihrer 33 Jahre alten Buchsbaumhecke. Foto: wit
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Gisela Stange ist ratlos: Bäumchen werden braun,
angesprochene Hundehalter sind uneinsichtig

Von Wolfgang Wittenburg. SÜDERELBE.
Hundehalter in Hamburg müssen den Kot ihrer Tiere beseitigen. So steht es in Paragraf 20 des Hundegesetzes. Doch was ist mit dem Urin der Tiere? Reihenhausbesitzerin Gisela Stange (80) beklagt den Zustand ihrer alten Buchsbaumhecke. Die Hunde der Nachbarschaft würden die Hecke langsam aber sicher „kaputtpinkeln“, sagt sie.
„Ich habe nichts gegen Tiere und bin ein friedliebender Mensch, aber dass Hunde aus der Siedlung immer wieder ihr Bein an meiner schönen Buchsbaumhecke heben, bringt mich zur Verzweiflung“, klagt Gisela Stange. Seit 63 Jahren lebt sie in Fischbek. Und seit 33 Jahren pflegt sie ihre Buchsbäumchen. Seit wann die Vierbeiner es mit ihren „kleinen Geschäften“ ausgerechnet auf ihre Grundstücksbegrenzung zur Straße hin abgesehen haben, weiß die Rentnerin nicht mehr so genau. Eines aber steht für sie fest: „Hier in der Siedlung haben die Leute mehr Hunde als Kinder. Und die pinkeln meine schöne Buchsbaumhecke kaputt.“ Die Bäumchen würden von unten braun, das mache sie traurig und ratlos. Wenn die frühere Bankkauffrau die Hundehalter darauf anspreche, höre sie immer wieder: „Mein Hund tut so etwas nicht“

Das ist wie
eine klassische
Überdüngung
Nils Knüppel
Landschaftsgärtner

Was kann man tun? Hauptkommissar Axel Paust, stellvertretender Revierleiter des Polizeikommissariats 47 in Neugraben: „Zuerst sollte man immer das Gespräch suchen. Wenn das nicht hilft und man die Hundehalter kennt, kann man sich an den Hundekontrolldienst (Anmerkg. d. Red.: hundekontrolldienst@ hamburg-mitte.hamburg.de oder Tel 428 54 41 01) wenden.“ Wenn auch das nichts nützt und eine Hecke beschädigt ist, kann man Strafanzeige wegen Sachbeschädigung stellen.
Dazu der Neugrabener Rechtsanwalt Ralf-Dieter Fischer: „Wenn die Hecke Eigentum ist und das Buschwerk durch Dritte beschädigt wird, dann kann man dagegen zivilrechtlich vorgehen. Dazu muss man die Hundebesitzer benennen. Weiter muss man den oder die Hunde konkret angeben und es braucht einen Tatnachweis, ob durch das Pinkeln eines Hundes die Hecke kaputt gehen kann.“
Das hält der Fischbeker Landschaftsgärtner Nils Knüppel für durchaus möglich: „Das ist wie eine klassische Überdüngung. Der Urin von Mensch und Hund ist nitratbelastet Diese Art Stickstoff kann einer Pflanze Schaden zufügen.“

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