Der neue Düker verbindet Neßsand mit Falkenstein grafik: hpa
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Oliver Kroll, Hamburg-West

Kaum sprang im Konflikt um die Elbvertiefung die Ampel auf Grün, rollten Mitte Juli auf der Elbinsel Neßsand die ersten Baufahrzeuge an. Sie kamen im Auftrag der Port Authorithy, die verantwortlich zeichnet für den Bau eines Dükers zwischen Neßsand und dem Falkensteiner Ufer. Bei dem Begriff Düker müssen selbst altgediente Fahrensleute passen. „Von Dükern habe ich gelegentlich gehört. Was genau damit gemeint ist, habe ich nie verstanden“, so ein ehemaliger Seemann, der jahrelang die Weltmeere befuhr.

Als er das Internet befragte, erfuhr er, dass ein Düker eine Druckleitung zur Unterquerung einer Straße, eines Tunnels, eines Flusses oder von Bahngleisen darstellt. Auch ein ganzes Tal kann so überwunden werden. Hier reicht der Düker unter der Elbe hindurch. Durch ihn werden der Radarturm und die Naturschutz-Station auf der Insel mit Trinkwasser und Strom versorgt. Zudem wird eine Telefon- und Datenverbindung eingerichtet. Für den Düker ist eine 1.000 Meter lange Röhre, durch den Elbgrund geführt, nötig.

Die Standpunkte zum Bau der, Fahrwasseranpassung sind in Hamburg sehr unterschiedlich. Die Gegner nennen sie Elbvertiefung und befürchten gravierend Schäden für Flora und Fauna (das Elbe Wochenblatt berichtete mehrfach).

Nun soll der neue Düker den alten ersetzen, weil das alte Modell nicht tief genug in der Elbe liegt. Durch die neue Röhre werden dann die Leitungen eingezogen. Die Baustelle mit der Bohranlage wurde auf dem Campingplatz am Wittenbergener Elbstrand eingerichtet. Nach der Fertigstellung des Dükers werden die oberirdischen Baugeräte und Anlagen wieder entfernt.

Die Baufahrzeuge nutzen die Straßen „Wittenbergener Weg“ und „Falkensteiner Ufer“. Dort kann es zwischen Anfang August und Ende November zu Behinderungen kommen. Der Ausbau der Fahrrinne ist ein Gemeinschaftsprojekt der HPA und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), vertreten durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hamburg. Die Ausbaustrecke der HPA reicht von der Landesgrenze bei Wedel fast bis zum St. Pauli Fischmarkt an der Norderelbe und bis zum Containerterminal Altenwerder an der Süderelbe.

Elbabwärts der hamburgischen Landesgrenze bis zur Elbmündung wird die Fahrrinne von der dort zuständigen WSV ausgebaut. HPA und WSV arbeiten bei Planung und Realisierung eng zusammen.
In Hamburg besteht das Projekt Fahrrinnenanpassung aus vier Teilprojekten: Neben dem Ausbaggern der Elbe sind das der Bau einer Uferbefestigung auf der Ostseite des Köhlbrands, die Verlegung der Richtfeuerlinie Blankenese sowie die beschriebene Erneuerung des Dükers zwischen dem Falkensteiner Ufer und der Elbinsel Neßsand.

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