Von Waldemar Düse.
Wilhelmsburg, das ist Fußball, Handball, seit Kurzem vor allem Basketball. Aber Tennis? Doch, auch Wilhelmsburg und Tennis gehören zusammen. Unweit der Spreeterrassen an der Harburger Chaussee herrscht darüber nicht der geringste Zweifel. Dort ist der Tennis- und Sportclub Wilhelmsburg beheimatet. Am 11.August feiert er ab 11 Uhr sein 50jähriges Bestehen.
„Wir sind ein sehr familiärer Verein mit einem Klubheim auf einer wunderschönen Anlage“, antwortet der 2.Vorsitzende Helfried Rietz auf die Frage, was den Klub ausmache. Gegründet als Abteilung des damaligen TSC Viktoria Wilhelmsburg-Veddel, „zu einer Zeit, als Tennis noch elitär war, noch vor der Boomphase“, so Rietz. Zu seinen besten Zeiten mit 250 Mitgliedern, „ein Verein des bürgerlichen Mittelstandes.“
Doch davon sei nicht mehr viel geblieben, bedauert Rietz, der den Klub gemeinsam mit dem 1.Vorsitzenden Bernd Michalek seit 20 Jahren leitet. „Der Verein hat den Niedergang des Stadtteils mitgemacht.“ Als zu Beginn der 2000er Jahre die Verhandlungen zur Bildung eines Wilhelmsburger Großsportvereins begannen, klinkte sich die Tennis-Abteilung aus. „Wir hätten keine Halle gehabt und wären nicht überlebensfähig gewesen“, begründet Rietz den Schritt in die Selbständigkeit. In der Rückschau betrachtet genau die richtige Entscheidung.
„Wir spüren die verbesserte Entwicklung in Wilhelmsburg in den vergangenen Jahren“, blickt Rietz optimistisch in die Zukunft. Hoffnung geben ihm die großen Wohnungsbauvorhaben am Vogelhüttendeich oder an den Spreehafenterrassen. „Wir erfahren Zuspruch und Interesse gerade durch junge Familien oder Studenten und Studentinnen.“
Selbst die eigene Planungsbetroffenheit schürt die Hoffnung auf die Zukunft. Auch die derzeitige Anlage des Klubs wird dem Wohnungsbau weichen müssen, soll aber nur wenige Hundert Meter weiter „neu für alt“ wieder erstehen. Soll heißen: fünf Plätze, Flutlicht und ein Klubheim wie am derzeitigen Standort. „Wir hatten gute Gespräche mit dem Bezirksamt, einen konkreten Baubeginn gibt es aber noch nicht“, so Rietz. Sollte auf der Elbinsel ein neuer Tennisboom einsetzen, wird der TSC Viktoria darauf vorbereitet sein.

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