Krieterstraße: Ein Teil des Mülls landet nicht in den Containern. Foto: pr

Hygieneinstitut sieht Probleme im Bahnhofsviertel, in Kirchdorf, im Grünzug Hafenrandstraße /Vogelhüttendeich, im Bereich Weimarer Straße und am
S-Bahnhof Veddel

In der Krieterstraße wurden von einer aufmerksamen Anwohnerin in der Nähe eines Müllcontainers Ratten entdeckt. Ihr Anruf bei der Umweltbehörde brachte kein Ergebnis; der Hinweis müsse schriftlich erfolgen, hieß es. Das Wochenblatt hat mit dem zuständigen Amt für Hygiene und Umwelt (HU) gesprochen.
Dem Institut ist die Situation im gesamten Bahnhofsviertel Wilhelmsburg bekannt. Der öffentliche Park an der Keindorfstraße und den Schönenfelder Wettern werden durch das HU regelmäßig überprüft. Das Hauptproblem liegt aus Behördensicht im Umfeld größerer Wohnhäuser vor.
Vor den Gebäuden oder in Hinterhöfen türmen sich teilweise kleine Müllhalden auf. „Hier kommt es zu einer Häufung von Ratten“, sagt Dennis Krämer, Sprecher der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz „Fast alle Verwaltungen oder Grundstückseigentümer haben nach unserer Kenntnis Schädlingsbekämpfungsfirmen mit der Rattenbekämpfung beauftragt.“ Problematisch sind auch Gebäudeschäden wie zum Beispiel defekte Keller- oder Kasematten-Fenster. Hier können die Ratten in die Gebäude eindringen.

Fast alle
Verwaltungen oder Grundstücks-
eigentümer haben nach unserer
Kenntnis Schädlingsbekämpfungsfirmen mit der Ratten-
bekämpfung
beauftragt
Dennis Krämer,
Sprecher der
Gesundheitsbehörde

Eine ähnliche Situation wie im Wilhelmsburger Bahnhofsviertel gibt es nach Auskunft der Behörde in Wohngebieten auf der Veddel. Außerdem
im Bereich Uffelnsweg (Park / Spielplatz) und um den
S-Bahnhof Veddel. In Wilhelmsburg sind viele Ratten noch im Bereich Kirchdorf, im Grünzug zwischen Hafenrandstraße und Vogelhüttendeich sowie in der Weimarer Straße / Grünzug Rotenhäuser Feld zu finden. An wen kann sich ein Bürger, der eine Ratte gesehen hat, wenden? Laut Rattenverordnung sind Bürger verpflichtet, Ratten oder Zeichen eines Rattenbefalls unverzüglich zu melden. Das Institut für Hygiene und Umwelt nimmt die Rattenmeldung entgegen, koordiniert gegebenenfalls die Bekämpfungsmaßnahmen und kontrolliert den Erfolg. Kontakt: Tel 428 45 79 72, E-Mail: sb.hu31@ hu.hamburg.de
Mieter können sich bei Rattensichtungen auch an den Eigentümer oder die Hausverwaltung wenden, die dann eine Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragen.
Wie werden Ratten bekämpft? Mit Giftködern, sogenannten Rodentiziden. Diese werden in zugriffssicheren Köderboxen ausgelegt.
Beim HU sind sieben Schädlingsbekämpfer für Hamburg und die Bezirke zuständig. Pro Jahr werden vom Institut für Hygiene und Umwelt zwischen 2.500 und 3.500 Kilo Giftköder ausgelegt. Die Kosten betragen zwischen 9.000 und 14.000 Euro

Hintergrund
Ratten können bis zu 120 verschiedene Krankheiten übertragen. Für die Pest im Mittelalter waren aber nicht Ratten sondern der Rattenfloh, der im Fell von Ratten lebt, verantwortlich.
Beim Institut für Hygiene und Umwelt gingen 2018 folgende Rattenmeldungen:
Altona 204 (2017: 190), Eimsbüttel 196 (2017: 196), Mitte 263 (2017: 255), Harburg 168 (2017: 163).

 

1 KOMMENTAR

  1. Als Anwohner des vermüllten Reiherstiegviertels verstehe ich nicht, warum die Stadtreinigung in Wilhelmsburg nicht verstärkt „Waste Watcher“ einsetzt. Die können Müllsünder ermahnen und zur Not auch mit Bußgeldern belegen. Es muss endlich bei den Verursachern des Müllproblems angesetzt werden, statt immer nur die Folgen auf Kosten aller zu beseitigen.

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