Gegen Faschismus und für ein respektvolles Miteinander: Maja Meiser, Annedore Albrecht und Dörte Schnell (v.l.) verteilen auch Aufkleber. Foto: pr
Anzeige


Von Wolfgang Wittenburg, Süderelbe.
Wer meint, Omas sollten stricken und Kreuzworträtsel lösen, kennt die Initiative „Omas gegen Rechts“ nicht. Immer mehr Senioren zeigen Haltung und gehen auf Demonstrationen. Im November 2018 wurde die überparteiliche Plattform „Omas gegen Rechts“ in Wien gegründet, vier Monate später hatten sich ältere Frauen in deutschlandweit 50 Gruppen und auch in Hamburg organisiert – und nun gibt’s auch eine Stadtteilgruppe „Omas gegen Rechts – Hamburg Süd“.
„Omasein ist für uns nicht Voraussetzung. Aber eine klare Haltung gegen fremdenfeindliche Tendenzen. Wer die hat, kann bei uns mitmachen“, meint Diplom-Sozialpädagogin Dörte Schnell (64, drei Kinder, fünf Enkel). „Wir wollen die Gesellschaft so bunt, wie sie ist, erhalten. Uns vereint, dass wir alle uns für die Enkelgeneration einsetzen.“ Die Jüngste der Omas ist Maja Meiser (55, zwei Kinder, keine Enkel), Fremdsprachensekretärin aus Neugraben: „Weder bin ich im Rentenalter, noch Oma, aber ich wünsche mir Enkel und setze mich deshalb für eine gute Welt ein.“

Ich bin auch
schon beschimpft worden
Annedore Albrecht (76)
Vier Kinder

Auch Annedore Albrecht (76, vier Kinder, keine Enkel) ist eine von bisher sieben „Omas gegen rechts – Hamburg Süd“. Die frühere Verwaltungsangestellte aus Neuenfelde setzt sich gegen Fremdenfeindlichkeit ein: „Für mich gehört Mut dazu, mit Button auf die Straße zu gehen. Ich bin auch schon beschimpft worden, aber viel öfter komme ich mit Menschen ins Gespräch und das ist wichtig.“ Denn die „Omas gegen Rechts“ tragen auch im Alltag einen Button mit ihren Zielen, zum Beispiel auf dem Neugrabener Markt.
Was motiviert sie? „In meiner Jugend haben wir unsere Eltern gefragt, warum sie nichts gegen den Faschismus getan haben. Ich möchte das nicht von meinen Kindern oder Enkeln gefragt werden“, so Dörte Schnell. „Zum Glück ist die Situation nicht dieselbe, trotzdem muss etwas gegen Ausgrenzung und Rassismus getan werden und das machen ,Omas gegen rechts‘.“
Wer die Ansichten der Omas teilt, ist jeden zweiten Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr, in den Gemeinderäumen der Michaelis-Kirche, Cuxhavener Straße 323, und am Sonnabend, 31. August, von 10 bis 13 Uhr an ihrem Stand auf dem Neugrabener Wochenmarkt willkommen. Wer per E-Mail Kontakt aufnehmen möchte:
omasgegenrechts-hamburg@posteo.de

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here