Das Freibad Marienhöhe in Sülldorf bietet neben den Schwimmbecken 26.500 Quadratmeter Liegefläche – das entspricht fast vier Fußballfeldern. Foto: bäderland

Ch. v. Savigny, Hamburg-West

Zurzeit freuen sich die Hamburger wieder über badefreundliches Sommerwetter – doch das war längst nicht immer so. Als die schwimmbegeisterte, elfjährige Tochter von Joana Morgenstern aus Osdorf zu Beginn der Sommerferien (Ende Juni) bei bewölktem Himmel ins Freibad wollte, war dort geschlossen. Sonst war dort im Sommer immer geöffnet.

Dass die
Freibäder
wenigstens während der Sommerferien geöffnet sind, sollte eine Selbstverständlichkeit sein
Joana Morgenstern

„Das Freibad im Osdorfer Born ist auch für mich das Bad meiner Kindheit“, berichtet Joana Morgenstern. „Für mich hängen da viele schöne Erinnerungen dran. Es ist einfach schade drum, wenn so selten geöffnet ist – auch für die Kinder aus dem Born.“ Ersatzweise sei ihre Tochter dann ins Festland-Bad nach Altona gefahren. „Aber das ist nicht dasselbe“, meint ihre Mutter. „Ich kann zwar verstehen, wenn die Freibäder aufgrund des Hamburger Wetters erst später öffnen. Aber dass die Freibäder wenigstens während der Sommerferien geöffnet sind – das sollte eine Selbstverständlichkeit sein!“

Üblicherweise starten die sechs reinen Sommerfreibäder – darunter im Hamburger Westen das Freibad Marienhöhe (Sülldorf) und das Bad im Osdorfer Born – ihren Saisonbetrieb am 1. Mai. Aus Witterungsgründen war die Eröffnung jedoch auf den Juni verschoben worden. Weil es anschließend nicht warm genug war und die Badegäste ausblieben, zog der Betreiber Bäderland die Notbremse – und machte die meisten Schwimmbecken wieder dicht.

„Technisch und personell gesehen wäre es von unserer Seite aus kein Problem, die Bäder offen zu lassen“, sagt Bäderland-Sprecher Michael Dietel. Doch aus wirtschaftlicher Sicht lohne sich der Betrieb nicht. „10 bis 15 Leute am Tag sind einfach zu wenig“, so Dietel. Entsprechende Strichlisten würden bei der Bäderland GmbH jedoch nicht geführt.

Zum Vergleich: Im „Jahrhundertsommer“ 2018 hatte das (unbeheizte) 50-Meter-Außenbecken des Kaifu-Bads seine Pforten bereits im April aufgemacht. Bäderland erlebte eine Rekordsaison mit 243.000 Besuchern – so viele wie seit 14 Jahren nicht mehr. Für viele Hamburger dürfte der Freibadbesuch auch finanziell attraktiver sein: Schließlich zahlt man als Erwachsener nur 3,20 Euro Eintritt – rund halb so viel wie in den Hallen- und Kombibädern.

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Zahlen
Im vergangenen Jahr ging die Freibadsaison am 1. Mai los – 2019 jedoch erst am 13. Juni. Aufgrund der Wetterentwicklung waren die reinen Sommerfreibäder dieses Jahr aber zwischendurch für etwa 14 Tage am Stück geschlossen. Das gab es im vergangenem Jahr nicht. Zusammengerechnet kommen die Freibäder dieses Jahr auf 32 Betriebstage (pro Einrichtung, Stand Ende Juli), im vergangenem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 87 Öffnungstage.

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