Foto: PantherMedia

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

„Eigentlich finde ich Eichhörnchen ja ganz possierlich“, sagt Frauke Höbermann, Anwohnerin des Schanzenparks. Die Art und Weise, wie ihr die kleinen Nager in letzter Zeit zuleibe rücken, gefällt der älteren Dame jedoch ganz und gar nicht. „Sie klettern auf den Balkon, klauen Nüsse und Weintrauben und knabbern Äpfel an“, zählt Höbermann auf, die im ersten Stock eines Altbaus lebt.

„Sie sind auch schon in die Wohnung gekommen, haben meine Wäsche angefressen und einen Haufen auf Kleidung und Wohnzimmermöbeln hinterlassen.“ Das betroffene Kleidungsstück habe sie nachher wegwerfen müssen.
Über einen Aushang im Treppenhaus hat Frauke Höbermann bereits darum gebeten, die Eichhörnchen nicht anzufüttern. „Ich selbst füttere sie jedenfalls nicht“, sagt sie.

.Wann immer beim Naturschutzbund (NABU) Hamburg eine Anfrage zum Thema Eichhörnchen eingeht, dreht es sich um Jungtiere, die aus ihrem Kobel gefallen sind, oder um die richtige Art der Fütterung. „Dass die Tiere zur Plage werden, hatten wir noch nie“, sagt Sprecherin Ilka Bodmann. Sie verweist auf die Deutsche Wildtierstiftung, die ebenfalls in der Hansestadt sitzt.

Jenifer Calvi, Sprecherin der Organisation, hat – wie die Mieterin – die Vermutung, dass die Tiere eine Futterquelle aufgetan haben. „Wenn sie erstmal kapiert haben, dass es dort etwas zu Fressen gibt, dann kommen sie immer wieder. Ich kann nur dazu raten, Fenster und Balkontüren geschlossen zu halten. Außerdem sollte die Betroffene wegen des ,Fütterproblems’ mit den Nachbarn sprechen. Wenn das nichts hilft, muss man eben die Hausverwaltung anschreiben“, so Calvi. Eichhörnchen seien „putzmuntere und überhaupt nicht schüchterne“ Tiere, die sich an das Stadtleben prima angepasst hätten.

Was tun?
Das europäische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) steht unter Artenschutz und darf weder bejagt noch gefangen werden. Man kann allerdings versuchen, sie zu vertreiben.
Im Internet finden sich hierzu Hausmittel wie „Pfeffer ausstreuen“ (die Tiere haben einen sehr guten Geruchssinn) und Lavendel-Raumspray, das Eichhörnchen offenbar auch nicht besonders mögen. Von den angebotenen Mitteln, die im Handel erhältlich sind („SquirrelEx“) scheint eher abzuraten zu sein. Eine Nutzerin schreibt, das Mittel habe zwar „bestialisch“ nach Gülle gestunken, doch die Tiere hätten sich daran nicht im Geringsten gestört.

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