Marktfläche Sand: Die Umbauarbeiten liegen voll im Zeitplan. Foto: mag
Anzeige


Von Andreas Göhring.
HARBURG. Überall werden Wohnungen gebaut, Brück-en erneuert und Straßen repariert. Das muss sein, aber der Bauboom treibt auch die Kosten in die Höhe. Jüngstes Beispiel: der Umbau der Harburger Marktfläche Sand. Ursprünglich war für alles zusammen, also auch die Baunebenkosten und die Honorare für die Planer, mit 2.844.000 Euro gerechnet worden.
Doch das lässt sich nicht mehr halten. Nach einer Anfrage der AfD-Fraktion in der Bezirksversammlung hat das Bezirksamt jetzt mitgeteilt, dass es wohl rund 4,2 Millionen Euro werden.
Ist da falsch gerechnet worden? Nein, das Bezirksamt nennt die Gründe: „Eine besondere Auslastung der Baufirmen sowie eine überproportional ansteigende Preisentwicklung im Bausektor haben zu einem sehr hohen Ausschreibungsergebnis geführt.“ Mit anderen Worten: Für gut 2,8 Millionen Euro war keine Firma bereit, den Auftrag anzunehmen.
Es darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass der Auftrag noch ein wenig erweitert wurde. Nun soll auch der Bereich um das Schiller-Denkmal aufgepeppt werden. Die Mehrkosten dafür werden aus dem „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) für das Gebiet „Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost“ gedeckt. Auch für den großen Rest hat das Baudezernat Geld aufgetrieben – und zwar im „Sanierungsprogramm für Hamburger Plätze“ der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.

Mir gefällt
das Ambiente
auf dem
Rathausmarkt
einfach besser
Isabell Oertzen,
Käsehändlerin

Unterdessen ist der Umbau der Marktfläche voll im Zeitplan. Doch wollen die Marktbeschicker überhaupt zurück auf die für viel Geld umgebaute Marktfläche? „Mir gefällt das Ambiente am Rathausmarkt einfach besser“, findet Käsehändlerin Isabell Oertzen
Doch das Bezirksamt sagt klipp und klar, dass die Markthändler vorher „ihre Zustimmung zur Umgestaltung und Aufwertung des Marktes am Sand zum Ausdruck gebracht haben“.
Die Frage einer Verlagerung habe sich zu keinem Zeitpunkt gestellt und sei deshalb auch nicht bei den Planungen berücksichtigt worden. Wäre der Wochenmarkt tatsächlich dauerhaft vors Rathaus gezogen, hätte man auch einen neuen Standort für den beliebten Weihnachtsmarkt finden müssen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here