Auf Wiedersehen Haspa: Die Filiale am Rugenbarg schließt am 20. September. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Osdorf
Aus für die Hamburger Sparkasse am Rugenbarg: Nach Angaben des Unternehmens schließt die Osdorfer Zweigstelle zum 20. September für immer ihre Pforten. An diesem Tag, einem Freitag, können die Kunden letztmalig die Dienste der Filiale in Anspruch nehmen.
Ausschlaggebend sind wirtschaftliche Gründe: „Ein Großteil der Menschen orientiert sich heute anders als früher – sei es durch Online- und Mobile-Banking oder durch ein geändertes Einkaufs- und Aufenthaltsverhalten“, sagt Haspa-Sprecher André Grunert. „Bereits heute nutzen mehr als 450.000 unserer Kunden das Online-Banking – und es werden in jeder Altersgruppe täglich mehr. Diesen Trends können wir uns auf die Dauer nicht entziehen.“ Die nächsten Haspa-Filialen sind künftig im Elbe Einkaufszentrum (EEZ, 1,2 Kilometer entfernt) und in der Sülldorfer Landstraße (knapp zwei Kilometer) anzufinden. Laut Grunert will die Haspa aber vor Ort einen Geldautomaten erhalten.

Kritik an den Schließungsplänen kommt vom Bürger- und Heimatverein Osdorf. „Es ist den vielen, gerade älteren Kunden nicht zuzumuten, dass sie eine Filiale im EEZ oder in Nienstedten nutzen“, sagt die Vereinsvorsitzende Astrid Brockmann. „Die Ziele sind fußläufig nicht erreichbar, und für unsere älteren Mitbürger ist auch das Busfahren – etwa mit einem Rollator – nur mühsam zu bewältigen. Neben dem Tabea gibt es mehrere Seniorenwohnheime in der Gegend“, so Brockmann.“ In Alt-Osdorf hätten bereits zwei andere Bankinstitute dichtgemacht, sodass es bis auf die Post keine Möglichkeiten für Bankgeschäfte vor Ort gebe.

Die Schließung der Osdorfer Filiale ist Teil einer hamburgweiten Entwicklung: Insgesamt sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 30 Geschäftsstellen geschlossen werden – jede vierte in der Hansestadt. Dennoch bleibt die Haspa nach eigener Auskunft auch nach diesem Einschnitt (mit dann 100 Filialen) größter Anbieter in der Metropolregion. „Im Rahmen des größten Investitionsprogramms in ihrer Geschichte investiert die Haspa derzeit allein 30 Millionen Euro in die Umgestaltung der Filialen zu Nachbarschaftstreffs“, erklärt Grunert. Künftig sollen die Kunden bei Kaffee und kostenlosem WLAN zusammenkommen, Aktivitäten planen oder an iPads Online-Banking erledigen können.
Einer älteren Osdorferin und Elbe Wochenblatt-Leserin ist das kostenlose WLAN egal. „Diese Wohlfühlatmosphäre brauche ich nicht. Wir Osdorfer möchten unsere Filiale behalten“, sagt sie am Telefon.

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