Vor dem Eichenprozessionsspinner wird gewarnt. Foto: wikimedia
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Siegmund Borstel, Hamburg

Er ist graubraun, unscheinbar, und seine Flügelspannweite beträgt nur 25 bis 30 Milimeter, aber seine mikroskopisch kleinen Brennhaare machen ihn für Menschen gefährlich. Wo der Eichenprozessionsspinner auftaucht, ist leicht an den netzartig umwebten Bäumen zu erkennen. Bislang wurden in Hamburg rund 460 befallene Bäume gemeldet. Davon allein 100 auf dem Hauptfriedhof Altona, zwölf weitere in den Grünanlagen Elbkamp, August-Kirch Straße und Vorhornweg, gut 100 in Billstedt und Wilhelmsburg, und nur zwei in Harburg: auf der Grünanlage Am Burgberg und auf dem Kinderspielplatz Achterkamp.
Nach Auskunft der Umweltbehörde sind die Belämpfungsmaßnahmen (die befallenen Stellen werden abgesaugt) nahezu abgeschlossen. Die Kosten für die Bekämpfung im öffentlichen Grün und an Straßen belaufen sich bisher auf rund 140.000 Euro. „Der nur kleinst-regional und nirgends flächendeckend auftretende Befall entspricht weitgehend den Vorkommen in den vergangenen Jahren“, teilt die Umweltbehörde mit.

Was ist zu machen, wenn man ein Nest oder Raupen des Eichenprozessionsspinners entdeckt? Das zuständige Bezirksamt informieren (Tel.428 28-0 oder 115). Das Pflanzenschutzamt berät montags zwischen 12.30 und 15.30 und freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 428 41 52 20. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und seiner Nester muss von Fachleuten mit Vollschutzanzug und Atemschutz erfolgen. Grundeigentümer müssen für die Beseitigung auf eigene Kosten eine Fachfirma zu beauftragen.

Was tun, wenn man mit Eichenprozessionsspinnern in Berührung gekommen ist? Schnellstmöglich nach Hause gehen, die Kleidung ablegen und den gesamten Körper abduschen, um alle Brennhaare zu entfernen. Bei Kontakt mit den Augen, diese gut mit sauberem Wasser ausspülen. Die komplette Kleidung bei 60 Grad waschen. Bei ausgeprägten Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Fahrt nach Hause sollte nicht mit dem ÖPNV stattfinden. Es besteht die Gefahr, Brennhaare zu verschleppen.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich? Bei dem Eichenprozessionsspinner handelt es sich nicht nur um einen Baumschädling. Seine kurzen Brennhärchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das zu starken Reitzungen der Haut und in den Atemwegen führen sowie auch allergieähnliche Reaktionen auslösen kann. Die Beschwerden, Juckreiz mit kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln, können zwischen zwei Tage und zwei Wochen lang anhalten.

In welchem Zeitraum ist die Gefahr durch Eichenprozessionsspinner groß? In der Fraßzeit der Raupen bis Ende Juli. Die giftigen Haare der Raupen können leicht abbrechen und durch die Luft über 100 Meter weit getragen werden. Das Gift in den Brennhaaren ist über mehrere Jahre wirksam. Auch die Gespinstnester können mehrere Jahre erhalten bleiben und stellen ebenso lange eine Gefahrenquelle für den Menschen dar.

Eichenprozessionsspinner
Das Weibchen legt ca. ein Millimeter große weiße Eier im Herbst an den oberen Teilen dünner Äste von Eichenbäumen ab. Noch im Herbst entwickelt sich die Jungraupe, die im Ei überwintert. Anfang Mai schlüpfen die jungen Raupen, die sich bis zu ihrer Verpuppung im Juni/Juli fünf bis sechs Mal häuten. Der fertige Falter schlüpft im Juli/August.
Die Raupen bilden Nester an geschützten Stellen des Baumes, die ihnen über Tage als Schutz dienen. In der Nacht verlassen sie ihre Nester zur Nahrungsaufnahme. Sie ernähren sich ausschließlich von den austreibenden
Knospen der Eichen.

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