Freut sich auf ihre neue Aufgabe bei der Stiftung Historische Museen Hamburg: Bettina Kiehn. Foto: pr

WILHELMSBURG. Bettina Kiehn (53) verlässt das Bürgerhaus Wilhelmsburg. Seit 2006 hat die Diplomkauffrau die Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg geleitet. Zum 1. Oktober wird sie kaufmännische Direktorin der Stiftung Historische Museen Hamburg.
Zur Stiftung Historische Museen Hamburg gehören neben dem Museum für Hamburgische Geschichte das Altonaer Museum, das Museum der Arbeit und weitere Standorte wie das Hafenmuseum, das Speicherstadtmuseum und das Jenisch Haus. Bettina Kiehn wird für sämtliche kaufmännische Fragen der Bereiche Controlling, Finanzen, Personalverwaltung und Besucherservice verantwortlich sein. Außerdem soll sie anstehende Modernisierungen verschiedener Standorte planen und steuern. Eine Aufgabe, die sie derzeit auch noch im Bürgerhaus Wilhelmsburg erledigt. Hier laufen gerade umfangreiche Sanierungsarbeiten, das BüWi ist deshalb bis einschließlich 21. August geschlossen. Im Wochenblatt-Interview spricht Bettina Kiehn über ihre Jahre in Wilhelmsburg.

Seit 2006 leiten Sie das Bürgerhaus Wilhelmsburg. Was haben Sie in dieser Zeit geschafft, was steht weit oben auf ihrer persönlichen Erfolgsliste? Welche Rolle spielt das BüWi im Stadtteil? Im November 2005 lautete eine Überschrift im Hamburger Abendblatt „Bürgerhaus Wilhelmsburg vor dem Ende?“ Das Haus war praktisch pleite. Seit 2006 hat sich das Bürgerhaus stetig weiterentwickelt, es ist von einem Veranstaltungszentrum zu einem Ort der Begegnung, der Kultur, der kulturellen Bildung und einem Tagungshaus von überregionaler Bedeutung geworden.
Hier werden alle Projekte gemeinsam mit anderen Akteuren und Einrichtungen im Stadtteil entwickelt. Das macht sie so erfolgreich und stärkt die Netzwerke der Elbinseln.
Der rote Faden unserer Arbeit heißt heute „mitdenken, mitgestalten, mitentscheiden“. Diesen Veränderungs- und stetigen Entwicklungsprozess zu steuern und gemeinsam mit dem Team des Bürgerhauses zu gestalten, das Bürgerhaus, immer eng an den Bedarfen des sich verändernden Stadtteils orientiert, in Bewegung zu halten, waren die zentralen Elemente meiner Arbeit. Von einer Pleite sind wir im Übrigen auch nicht mehr bedroht, das Haus ist wirtschaftlich knapp, aber solide aufgestellt.

Warum hat ein Bürgerhaus-Projekt die Planung einer im Stadtteil wenig gewollten Autobahn moderiert? Das Bürgerhaus hat nicht die Planung moderiert, sondern ein Bürgerbeteilungsverfahren organisiert, das im Rahmen der politischen Beschlusslage zur Streckenführung der A26 in Wilhelmsburg zu einer erheblichen Verbesserung der Planungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger geführt hat. Das Beteiligungsverfahren war daher sehr sinnvoll. Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, dass es dabei nicht um das „ob“ der A26 geht. Damit haben sich andere, insbesondere die Initiative Verkehrswende Hamburg, beschäftigt.

Bei welchem Vorhaben mussten Sie die meisten Widerstände überwinden? Bei jedem Projekt kommt es darauf an, potenzielle Verbündete, Kooperationspartner, Mitstreiter zu gewinnen. Das ist manchmal schwierig und manchmal einfach. Besonders herausfordernd war es, Mittel für die überfällige Sanierung des Bürgerhauses zu bekommen. Ohne die großartige Unterstützung von Politik und Verwaltung hätten wir das nicht schaffen können. Auch in der Umsetzung ist die Instandsetzung und Modernisierung des Bürgerhauses eine echte Herausforderung.

An welche Veranstaltung im BüWi erinnern Sie sich besonders gern? Jede Veranstaltung im Bürgerhaus hat ihren besonderen Zauber, daher erinnere ich besonders gerne an die jeweils letzte. Je nachdem, wann sie fragen, ist das 48h Wilhelmsburg, der Sonntagsplatz, Zirkus Willibald, die KinderKulturKarawane, Geh aus mein Herz, das Elbinsel Gipsy Festival, das Frauenfest …

Gibt es etwas, dass Sie mit dem BüWi erreichen wollten, aber nicht geschafft haben? Falls Sie mal eine Sonderausgabe zum Thema „Projekte, die nicht realisiert werden konnten“ produzieren, liefern wir Ihnen gerne 50 Seiten Text zu. Aber im Ernst: Es gibt eine Reihe von Vorhaben, die ich mir hätte überhaupt oder besser vorstellen können. Letztlich sind wir ein Team, das mit sehr begrenzten personellen und finanziellen Mitteln versucht das Maximum umzusetzen. Um noch mehr Vorhaben umzusetzen, braucht das Haus eine Ressourcenbasis, die größere Sprünge erlaubt.

Werden Sie auch im neuen Job weiterhin Kontakt zur Elbinsel halten? Ich werde keine Gelegenheit auslassen – einmal Elbinseln, immer Elbinseln.

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