Mietvertrag wurde verlängert: In der Astra-Stube geht es vorerst weiter. Foto: ms

Musikklubs bleibt mehr Zeit, neue Standorte zu suchen

Mateo Schneider, Sternschanze
Die Probleme der Bahn AG, viele ihrer großen Bauprojekte professionell zu planen und termingerecht umzusetzen, haben sich häufig bereits als regelrechte Plage für eine koordinierte Stadtentwicklung erwiesen. Im Fall der Sternbrücke könnte dies zum Segen werden.

Ursprünglich hatte die Bahn vorgehabt, das 100 Jahre alte Bauwerk für 2020 durch eine neue Brücke zu ersetzen. Die Mietverträge der in den Brückengewölben beheimateten Musikklubs Astra-Stube, Fundbureau und Waagenbau wären Ende 2019 ausgelaufen. Überraschend hat die Bahn AG nach Informationen des NDR nun die Verträge bis Ende 2022 verlängert.
Die gewonnene Zeit könnte sich als Segen erweisen, würde sie für die Suche nach einem sozialverträglichen Standort für die Musikklubs genutzt.

Im Rahmen eines sogenannten Beteiligungsverfahrens hatten sich die meisten Anwohner deutlich gegen den Umzug der Musikklubs in den Bahndamm des S-Bahnhofs Sternschanze ausgesprochen. Diese Idee war ursprünglich von Klubbetreiber John Schierhorn, der Stadt und Teilen der Politik befürwortet worden. Momentan ruhen die Planungen.

„Zu gegebener Zeit“ sollen die Gespräche mit den Bewohnern dann wieder aufgenommen werden, hatte das Bezirksamt seinerzeit in einer Beschlussempfehlung geraten.
Vom Tisch beziehungsweise vom Bahndamm ist die Verlegung der Musikklubs an die Sternschanze damit noch nicht. „Zu gegebener Zeit“ heißt: Nachdem die verbreitete Wut über G-20 und seine Aufarbeitung weitestgehend verraucht ist und die Sondierungsgespräche nach den Bezirkswahlen abgeschlossen und neue oder alte politische Mehrheiten erkennbar geworden sind.

Über eine „angemessene Begrünung“ des Bahndamms dagegen ist zuletzt im Stadtteilbeirat diskutiert worden. Nach Auskunft des Bezirksamts Altona stünden dafür derzeit aber keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Nun will der Stadtteilbeirat Kontakt zu den „Bürgerverantworteten Stadtgärten“ aufnehmen, um Möglichkeiten herauszufinden, bei der Umgestaltung des Bahndamms selbst tätig zu werden.

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