Enttäuscht vom Kindergarten: Vater Umapathty Preethic und Mutter Retnaraj Ragesh mit Söhnchen Harvey. Foto: WW

Von Wolfgang Wittenburg. FINKENWERDER.
Das aus Indien stammende Ehepaar Umapathty Preethic (31) und Retnaraj Ragesh (32) versteht die Welt nicht mehr: Plötzlich wurde ihnen von der DRK-Kita Uhlenhoffweg der Betreuungsvertrag für Söhnchen Harvey (3) gekündigt. Die Eltern werfen der Kita mangelhafte Betreuung ihres Sohnes vor, die Kita-Leitung bestreitet alle Vorwürfe, sieht das Vertrauensverhältnis getrübt.
Seit 2012 arbeitet Preethic als Ingenieur in der Flugzeug-Zulieferung in Deutschland. 2014 folgte ihm seine Frau nach Finkenwerder. Im April 2016 kam Harvey in Hamburg zur Welt und das Familienglück schien perfekt, als der Junge im Juni 2016 einen Platz in der vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Integrations-Kindertagessätte Uhlenhoffweg bekam.
„Harvey ist dort immer gerne hingegangen und die heilpädagogische Förderung tat ihm gut“, so die Mutter, die in Indien im Personal-Management gearbeitet hat und gerade auf Jobsuche ist. Inwieweit braucht Harvey besondere Unterstützung? Harvey sei sehr lebendig, er spreche noch nicht und benötige eine Eins-zu-eins-Betreuung, sagen die Eltern über ihren Sohn.

Doch dann gab es Probleme: Erst waren keine Kapazitäten für Ergotherapie und Logopädie vorhanden, und dann entdeckten die Eltern kleine Wunden an Harveys Kinn und einem Auge. Harveys Eltern mumaßen, er sei aus dem Hochstuhl gefallen. Das verneinte die Kita-Leitung auf Nachfrage. Der Streit eskalierte, die Kita kündigte den Betreuungsvertrag.
Mittlerweile hat das Ehepaar Preethic/Ragesh Harvey in einer Kita in Altona untergebracht. Den längeren Fahrtweg nehmen sie in Kauf. Vom Roten Kreuz zeigen sich beide enttäuscht: „Ich habe in Indien gelernt, dass das Deutsche Rote Kreuz immer da ist, wenn Menschen Hilfe brauchen.“
Und Ihr Mann meint: „Für mich ist eine Kita ein Serviceangebot, für das man Geld zahlt. Ich kann nicht verstehen, warum man dort seinen Job nicht macht.“
Harald Krüger, DRK-Vorstand Kreisverband Hamburg-Harburg, sieht kein Versäumnis der Kita: „Die Kita-Leitung hat der Familie mehrfach Gesprächsangebote gemacht. Ebenso wurde dem Ehepaar Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Einrichtung für den Jungen angeboten.

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