Norbert Hackbusch vor dem Hochbunker an der Feldstraße. Foto: kp flügel

KP Flügel, Hamburg-West

Norbert Hackbusch sitzt für die Linke als Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft. Als Fachsprecher für Haushalt, Kultur, Hafen und öffentliche Unternehmen kritisiert er vehement die Entwicklung um den Hochbunker an der Feldstraße. Darüber hinaus, so seine Befürchtung, werde es negative Auswirkungen auf das Viertel rund um den Neuen Pferdemarkt geben. Als Beispiele nennt er die Auseinandersetzungen um den Otzenbunker, in dem Musiker ihre Proberäume hatten. Außerdem das Projekt Viva La Bernie in der Bernstorffstraße. Hier stehen Probe- und Atelierräume für Kulturschaffende zur Disposition. Dazu komme die Diskussion um die Zukunft der Messehallen. „Ich sehe den Charakter des Viertels angegriffen. Nischen für Kulturschaffende schrumpfen gegenwärtig dramatisch.“

Norbert Hackbusch erinnert daran, dass „der Umbau des Hochbunkers zu einem Medienbunker seitens der Stadt versucht worden sei durchzusetzen mit der Begründung, dies sei eine tolle Verbesserung für das Viertel. Das vorgestellte Modell hatte eine schöne grüne Haube. Es entstand der Eindruck, es könnte mehr Grün geben und würde uns guttun. Die Architekten zeichnen natürlich immer sehr gute Skizzen.“ Wenn man dann die Skizze mit der Realität vergleiche, sei eine Übereinstimmung nicht zu entdecken.
Beim Hochbunker werde nun eine riesige Halle oben drauf gebaut und ein Edelhotel.

Kein Interesse an den
bisherigen Mietern?

„Insgesamt ist unsere Kritik daran, dass es an dieser Stelle eine Schickimickisierung und noch mehr Verkehr geben wird. Das ist unsere Generalkritik an diesem Projekt gewesen. Aber das ist im Moment nicht das Thema.“
Das Hauptproblem bestehe vielmehr darin, dass der Investor Thomas Matzen gar kein Interesse an den gegenwärtigen Mietern habe. Mit ByteFM, dem Ensemble Resonanz, einem Musikunternehmen, mit Hajusom und dem Club Uebel und Gefährlich, „der allein schon wegen seines Namens bundesweit berüchtigt und beliebt ist“, sei der Bunker eine der wichtigsten Kulturinstitutionen, die Hamburg habe.

Auf Probleme der Mieter habe der Investor bei den bisherigen Umbauarbeiten keine Rücksicht genommen. Als Beispiele nennt Norbert Hackbusch Wasserschäden und dass aufgrund des Baulärms Proben in Tonstudios gar nicht möglich gewesen seien.
Seine Vermutung: „Matzen hat gar kein Interesse, dass irgendeiner von den alten Mietern überlebt.“ Dem rot-grünen Senat hält er vor, dass dieser nichts tue, um den Kern der kulturellen Identität des Viertels zu schützen. Auch müsse der Investor vom Senat gezwungen werden, sich daran zu halten, was in dem Vertrag, den die Stadt mit ihm abgeschlossen habe, vorgesehen sei: „Nämlich, dass er mit den Mietern gut zurechtkommen und deren Wünsche berücksichtigen soll.“

2 KOMMENTARE

  1. Das ist so ein großes Problem in dieser Stadt, die mit Kunst&Kultur nicht viel am Hut hat.
    Hier muß man um alles kämpfen, aber keiner hilft ein da bei. Manchmal frage ich mich, wo
    zu hat diese Stadt eigendlich einen Kultursenator ?? Der ist so still in seiner Amtszeit, das ein
    bange wird. Er tritt nur da auf, wo man ihn auch in den öffentlichen rechtlichen medien sieht.
    Sonst ist es sehr still um ihn herum. Aber er ist ja nicht der erste, der sich so verhält, diese
    Freie & Hansestadt Hamburg soll sich mal die Frage stellen, wo zu eigendlich einen Senator
    für Kunst&Kultur ???

    E. Heeder – Stadtteilkünstler

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