Teilnehmer und Mitarbeiter bei der Abschlusspräsentation des Existenzgründer-Programms von leetHub. Vorne ganz links: Leethub-Geschäftsführerin Julia v. Weymarn. Foto: Ahmad Al Zaher
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Ch. v. Savigny, St. Pauli

Ratiba hat sich große Mühe gegeben: Ihre appetlich ausehenden Gebäckstücke und Pralinés hat die 38-Jährige in Klarsichtfolie verpackt, mit Geschenkband umwickelt und mit einer Visitenkarte versehen. Schon mit 15 Jahren habe sie ihrer Mutter bei der Confiserieherstellung in der elterlichen Küche geholfen, erzählt Ratiba, die aus Algerien stammt und vor acht Jahren nach Deutschland gekommen ist. „Das ist mein Hobby, meine Lebensaufgabe.“

Gemeinsam mit acht weiteren „Kollegen“ von LeetHub auf St. Pauli stellt sie ihre Geschäftsidee vor, die den Namen „Basma“ (zu deutsch „Lächeln“) trägt – auch ihre Tochter (8) heißt übrigens so. Bislang läuft der Verkauf über eine Facebook-Seite. „Mein Traum ist es, die Sachen auch in Geschäften anbieten zu können“, berichtet Ratiba.

Weitere Ideen: „Churros“ und ein Friseur-Kultursalon

Seit 2015 unterstützt der Verein leetHub aus der Bernstorffstraße Migranten und Geflüchtete beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Das Existenzgründer-Programm „MoveOn“ ist das Herzstück von leetHub, in diesem Jahr läuft es zum dritten Mal.

Innerhalb von sechs Monaten wird den Teilnehmern alles vermittelt, was für eine Existenzgründung wichtig ist – von der Geschäftsidee bis zur Steuererklärung. Gefördert wird das Projekt von der Schöpflin-Stiftung. „Wir denken, dass durch die Geflüchteten in unsere Stadt Hamburg nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen und Potenziale gekommen sind. Diese gehen uns verloren, wenn wir sie nicht sehen, heben und unterstützen. Das ist unsere Aufgabe, damit sie Teil der Gesellschaft werden können“, sagt leethub-Geschäftsführerin Julia von Weymarn.

Auch die anderen Gründer-Ideen verdienen an diesem Tag Beachtung: Henok (Eritrea) möchte einen eritreischen „Friseur-Kultursalon“ eröffnen, in dem man sich nicht nur die Haare schneiden lassen, sondern auch spielen und sich unterhalten kann. Yassine, Fliesenleger aus Tunesien, will Kunsthandwerk aus seiner Heimat importieren, Erika (Kolumbien) plant eine Art Frittenbude für südamerikanische „Churros“, eine süße Teigspezialität. Schon jetzt hegt sie Expansionspläne. „Meine Geschäftsidee soll auf der ganzen Welt zu finden sein“, sagt Erika selbstbewusst.

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