Schirmherr Rüdiger Grube im Gespräch mit Frank, früher obdachloser Gast im Harburg- Huus. Foto: DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg

S. Borstel/DRK, Harburg

Das Harburg-Huus ist zu einem Dreh- und Angelpunkt für obdachlose Menschen in Harburg geworden – als Treffpunkt, Zuhause auf Zeit, Beratungsstelle und vieles mehr. Vor einem Jahr hat die DRK-Einrichtung mit 15 Betten und einem Tagestreff am Außenmühlenweg eröffnet. Zum ersten Geburtstag gab es eine kleine Feier mit Gästen aus dem Quartier – darunter selbstverständlich auch Obdachlose und ihre Hunde, die im Harburg-Huus ausdrücklich willkommen sind.

„Das Harburg-Huus gibt den Betroffenen, was sie lange nicht oder sogar noch nie in ihrem Leben hatten: Wärme, Geborgenheit, Respekt, Wertschätzung und Zuwendung“, sagte Schirmherr Rüdiger Grube, der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bahn, der interessierte Förderer durch die Räume führte.

DRK-Vorstand Harald Krüger zog eine positive Bilanz des ersten Jahres: „Die Einschätzung, dass im Hamburger Süden eine solche Einrichtung dringend gebraucht wird, hat sich eindrucksvoll bestätigt: Mehr als 4.000 Übernachtungen in zwölf Monaten ist eine Zahl, die für sich spricht. Ebenso die mehr als 2.000 Beratungsgespräche, in denen es um Wohnungslosigkeit, aber auch um Themen wie Sucht, Verschuldung, Gewalt gegen Frauen, Altersarmut und Einsamkeit geht. Das zeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben.“

In 80 Fällen konnten die Mitarbeiter des Harburg-Huus privaten Wohnraum an obdachlose Männer und Frauen vermitteln, 70 Menschen wurden in eine öffentliche Unterbringung vermittelt, für sechs Gäste mit Wohnsitzen im Ausland wurde die Rückreise ins Heimatland organisiert. „Solche Erfolge motivieren natürlich! Wir erleben jeden Tag, welchen Wert unsere Arbeit hat – in der Begegnung mit unseren obdachlosen Gäs-ten, aber auch mit Kooperationspartnern wie der Harburger Tafel, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir freuen uns auch über die Menschen aus der Nachbarschaft, die bei uns gerne vorbeischauen. Das gesamte Team blickt mit Freude auf das erste Jahr zurück und mit
viel Optimismus in die Zukunft“, sagt Harburg-Huus-Leiter Thorben Goebel-Hansen.

Schirmherr Rüdiger Grube kündigte an, bei der nicht immer einfachen Suche nach Spendern auch weiterhin zu unterstützen: „Das Harburg-Huus bekommt von städtischer Seite keinen Cent. Mit meinem Netzwerk will ich gern dazu beitragen, das Haus langfristig zu etablieren.“

Hintergrund
Das Harburg-Huus ist Tag und Nacht und an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Es bietet tagsüber einen Aufenthaltsraum mit Medien, Freizeitangeboten und Getränken. Morgens wird Frühstück und abends eine kleine Mahlzeit angeboten. Es gibt Dusch- und Wasch-möglichkeiten sowie per-sönliche Postfächer für die Gäste.
Ergänzende Angebote sind zum Beispiel Krankenmobil und Zahnmobil, psychosoziale Beratung, Wundversorgung, Besuch vom Hundetierarzt und vieles mehr.

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