Boom beim Freizeitfischen: In Elbe und Alster wird unter anderem auf Rapfen, Zander, Hecht, Barsch, Rotauge und Aal geangelt. Foto: panthermedia

Ch. v. Savigny, Hamburg

Wer in der Hansestadt mit die Angelrute auswirft, muss sich seit Kurzem an deutlich schärfere Vorschriften halten: Mit dem Inkrafttreten des neuen Fischerei- und Angelgesetzes am 11. Juni gibt es einige Änderungen, die sowohl die erlaubte Größe als auch die Anzahl der Fische betreffen. Zudem werden die Petrijünger ab sofort stärker zur Kasse gebeten.

Verantwortlich für die Neuerung ist Wirtschaftsbehörde (BWVI), als fachlicher Ratgeber fungierte nach eigener Auskunft der Angelsport-Verband Hamburg (ASV). „Die Gesetzesreform war dringend notwendig“, sagt ASV-Geschäftsführer Karl-Heinz Meyer. „Wir erleben gerade einen großen Anglerboom in Hamburg, etwa das Zanderfischen ist sehr populär geworden. Dadurch, dass man sich nun auch als Auswärtiger einen Jahresfischereischein besorgen muss, wird das Ganze ein wenig begrenzt. Auch das sogenannte ‚Entnahmefenster‘ ist sinnvoll, weil insbesondere die großen Fische für den Arterhalt sorgen.“

Als „Entnahmefenster“ wird die aktuelle Größenbegrenzung bezeichnet – insbesondere die Begrenzung nach oben hin ist von Bedeutung: So dürfen etwa Aal, Zander und Hecht nur noch mitgenommen werden, wenn sie zwischen 45 und 75 Zentimeter groß sind. Ganz neu ist außerdem eine geltende Höchstfangmenge (je zwei Hechte, Meerforellen und Zandern pro Tag, drei Aale pro Tag).

Aus Tierschutzgründen ist ab sofort die Benutzung von gummierten (weichen) Keschern vorgeschrieben. Das sogenannte „Hältern“ (Aufbewahren von lebenden Fischen in Eimern oder Tüten) – bei vielen Anglern seit jeher sowieso verpönt – hat die Behörde nun auch offiziell untersagt. Die jährliche Fischereiabgabe erhöht sich von fünf auf zehn Euro. Neu ist, dass man diese Gebühr jetzt auch als auswärtiger „Angeltourist“ entrichten muss.

Hintergrund
Laut Angelsport-Verband (ASV) gibt es in Hamburg zurzeit 30.000 bis 40.000 organisierte Angler, Tendenz steigend. Rund 15.000 bis 16.000 von ihnen sind Mitglied in einem der hamburgweit 63 Anglervereine.

Wer in der Hansestadt angeln möchte, muss beim ASV zunächst eine Sportfischerprüfung ablegen (einmalig rund 75 Euro). Dazu kommt eine jährliche Abgabe von zehn Euro.

Für das Angeln vom Boot aus werden häufig nochmal Extragebühren fällig. Weitere Kosten entstehen durch die Mitgliedschaft in einem Verein (ASV Harburg-Wilhelmsburg: derzeit 100 Euro pro Jahr für Erwachsene plus 75 Euro Aufnahmegebühr).

Wo darf geangelt werden? Man unterscheidet zwischen freien Gewässern (weite Teile von Elbe und Alster, die meisten Kanäle), ASV-Verbandsgewässern (unter anderem Hohendeicher See, Eichbaumsee, Abschnitte der Dove-, der Gose- und der Alten Süderelbe, Abschnitte des Elbe-Hauptstroms, Teilstrecke der Oste, sowie Elbe-Seitenkanal) und den an die Vereine verpachteten Angelstellen (ASV Harburg-Wilhelmsburg: Neuländer See, Este und Seeve, einige Baggerseen und Teiche, sowie die Wilhelmsburger Bracks).

1 KOMMENTAR

  1. Ja, die Angler werden immer mehr. Mein Dad hat auch gerade erst den Schein gemacht. Ich hätte ihm ein bestimmtes Angelbuch nicht empfehlen sollen. Jetzt sitzt er mehr am Wasser als bei uns Zuhause :).
    Man kann es mit den steigenden Gebühren und Tageskarten sehen, wie man will. Einerseits kann damit die hohe Nachfrage etwas gedrückt werden, um die Fischfauna etwas zu schonen, andererseits ist es teils echt kostspielig für Angler geworden, ihrem Hobby zu frönen.

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