Gedränge an der Max-Brauer-Allee: Seit vergangener Woche sind hier Ersatzbusse im Einsatz. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Hamburg-West

Seit dem Beginn der Hamburger Sommerferien am Donnerstag vergangener Woche müssen HVV-Nutzer, die im Westen der Hansestadt unterwegs sind, deutlich mehr Zeit mitbringen: Wegen der Erneuerung des Lessingtunnels wurde der oberirdische S-Bahnverkehr rund um den Bahnhof Altona für die nächsten sechs Wochen ausgesetzt. Zwischen den Stationen Holstenstraße, Altona und Othmarschen sind Ersatzbusse im Zehn-Minuten-Takt im Einsatz.

Doch für einen einigermaßen flüssigen Ablauf reicht das nicht aus – findet jedenfalls der Verkehrs-Club Deutschland (VCD), der sich schon in der vergangenen Ausgabe des Elbe Wochenblatts kritisch zum Vorgehen des HVV geäußert hatte. Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD Nord, ist der Meinung, dass die Bahn mehr Direktfahrten anbieten sollte. „Zum Beispiel stehen in Othmarschen viel zu viele Busse herum, die auf dem Weg nach Altona unterwegs noch in Bahrenfeld halten. Dort will aber niemand hin“, hat der VCD-Mann festgestellt. Die Folge: „Die Fahrzeuge bleiben weitgehend leer, während andere dafür überquellen“, sagt Montana.

Außerdem setzt sich der Verkehrsclub Deutschland für eine generelle „Durchbindung“ des sogenannten Schienenersatzverkehrs zwischen Othmarschen und Holstenstraße ein – also ohne Umstieg in Altona. „Der Bahnhof Altona ist sowieso schon überlastet – da kann man keine zusätzlichen Fahrgäste mehr gebrauchen“, so Montana.

Tatsächlich hat die Bahn – wohl um dem Ansturm Herr zu werden – ihre Ersatzhaltestellen nicht etwa am Busbahnhof, sondern an der Max-Brauer-Allee eingerichtet. Fünf Minuten soll die Fahrt von hier zur Holstenstraße dauern, 15 Minuten werden bis Othmarschen veranschlagt – das entspricht ungefähr der doppelten S-Bahn-Fahrtdauer. Eine sportliche Kalkulation – vor allem während der Stoßzeiten dürfte das schwierig werden. Die Bahn hat sich nach eigener Auskunft das Ziel gesetzt, die Fahrzeit während der Bauphase „nicht um mehr als 20 Minuten“ zu verlängern.

Weiterhin schlägt der VCD eine zusätzliche Ersatzbuslinie zwischen Othmarschen und Diebsteich vor – eine HVV-Route, die es bisher noch gar nicht gab. „Damit würde man schonmal einen Teil der Fahrgäste abgreifen“, sagt Montana. Ein weiterer Vorteil: Die Fahrt ginge zum großen Teil durch verkehrsarmes Gewerbegebiet. Allerdings lehnt die Bahn den Vorschlag ab. Ziel sei es, die gewohnten Hauptstrecken zu entlasten, sagt ein Sprecher.

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