Im heißen Zelt am Diebsteich gab es hitzige Diskussionen: Oberbaudirektor Franz-Josef Höing (l.) inmitten der Planungskritiker. Foto: ms

Mateo Schneider, Hamburg-West

Die hitzige Atmosphäre im stickigen Zelt hatte weniger mit der schwülen Luft zu tun als mit dem Thema, um das es ging. Im Rahmen des sogenannten Beteiligungsverfahrens zur geplanten Umgestaltung des Stadtviertels um die S-Bahn-Station Diebsteich herum hatte die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zu einer sogenannten Dialogwerkstatt eingeladen. Dabei ging es auch um die dort geplante neue Konzerthalle. An einem halben Dutzend Tischen zu den einzelnen Teilbereichen der Planungen entspannen sich zum Teil hitzige Diskussionen. Mittendrin: Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing.

Und Hamburgs oberster Stadtplaner hatte keinen leichten Stand. „Sie wollen hier kein neues Wohnquartier schaffen, sondern eins zum Ankommen und Weggehen“, fasste die spontan bestimmte Sprecherin kritischer Bürgerinitiativen wie „Nachbarschaftsforum Diebsteich“ oder „Prellbock Altona“ zusammen.

Die Kritik hatte sich ursprünglich an der von Bahn AG und Stadt betriebenen Verlegung des Fernbahnhofs Altona an den Diebsteich entzündet. Nun waren die Bürgerinitiativen aus anderen Gründen auf der Zinne. Während einer sogenannten Ideenwerkstatt im November vergangenen Jahres hatten die Initiativen sich „bezahlbare und altersgerechte Wohnungen“, „Ateliers zu günstigen Mieten“, „Einkaufsmöglichkeiten und Begegnungsstätten“ gewünscht, aber ausdrücklich kein „Party-Tourismus“.

In der sogenannten Dialogwerkstatt mussten die Anwohner wieder einmal feststellen, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Vorgesehen sind nun neben der kompletten Neugestaltung der Sportanlage zwischen Memellandallee und Waidmannstraße das neue Stadion für Altona 93 sowie eine Konzerthalle für 5.000 Zuschauer auf dem Thyssengelände gegenüber der Sportanlage.
Die dort ursprünglich vorgesehene Wohnbebauung ist vom Tisch.
„Regionalliga-Stadion ja, Konzerthalle nein“, kommentierte die rtwähnte Ini-Sprecherin diese Planungen kurz und bündig.

Ebenfalls vom Tisch sind die umfangreichen Wohnbebauungspläne des „Tucholsky-Quartiers“ am jetzigen Schulstandort auf der gegenüberliegenden Seite der Kieler Straße gegenüber dem Sportplatz Lunapark. Nach aktuellem Planungsstand genießt nun der Ausbau der Schule Priorität.

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