Marilen Krause (l.) und Emma Brakel (M.) von der Schülerzeitung „GO-Public“ des Gymnasiums Othmarschen erhielten den Sonderpreis der Otto Brenner Stiftung, vertreten durch Lilian Edmonds, in der Kategorie „Das beste Interview“. Fotos: Jugendpresse Deutschland/Annkathrin Weis

Manfred R. Heinz, Berlin

Aus ganz Deutschland waren kürzlich die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs „Kein Blatt vorm Mund“ nach Berlin gekommen. In der Hauptstadt sollten – in verschiedenen Kategorien – die besten Schülerzeitungen der Republik geehrt und mit Preisen ausgezeichnet werden. Wenige Monate zuvor waren die Schülerzeitungen in Hamburg von einer kritischen Jury begutachtet worden. Veranstalter des Wettbewerbs sind die Jugendpresse und die Bundesländer Deutschlands.
Kürzlich war es für die Redakteure der besten Schülerzeitungen Deutschlands so weit: Neben einem Preisgeld beinhaltete der Gewinn eine Reise nach Berlin zur feierlichen Preisverleihung im Plenarsaal des Deutschen Bundesrats. Und so erlebten die jungen Schülerzeitungsredakteure insgesamt drei außergewöhnliche Tage in der Hauptstadt.

Auch Hamburgerinnen wurde eine Auszeichnung überreicht. So nahmen Marilen Krause und Emma Brake vom Gymnasium Othmarschen für die Schülerzeitung „GO-Public“ in der Kategorie „Interview“ den Sonderpreis der Otto Brenner Stiftung entgegen. Für die Stiftung würdigte Lilian Edmonds das kritisch-humorvolle „GO-Public“-Interview mit „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt.

„Schülerzeitungen verkörpern Meinungs- und Pressefreiheit“

Diese Zeremonie war Teil des Festakts im Plenarsaal des Deutschen Bundesrats, der live im Internet übertragen wurde. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Gü̈nther, Bundesratspräsident und Schirmherr des Schülerzeitungswettbewerbs, betonte: „Schülerzeitungen verkörpern Meinungs- und Pressefreiheit an Schulen und sind dadurch ein wichtiger Baustein in der
demokratischen Bildung. Wir brauchen junge Menschen, die mit Informationen verantwortungsbewusst und kritisch umgehen. Und gerade deshalb brauchen wir Schülerzeitungen.“

Der Elbe Wochenblatt Verlag beteiligte sich an dem bundesweiten Wettbewerb mit der Verleihung des mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreises zum Thema „Total Lokal – Bester Beitrag aus der Nachbarschaft“. Nach sorgfältiger Sichtung aller infrage kommender Schülerzeitungen – aus rund 1.900 Einsendungen – fiel die Entscheidung einhellig auf „Was Strammes“.
Diese Schülerzeitung wird jährlich von einer etwa zehnköpfigen Mannschaft der Erich-Kästner-Hauptschule in Bergheim bei Köln produziert. Der Umfang von 16 Seiten ist nicht allzu üppig und im Gegensatz zu anderen Einsendungen ist es auch keine „Hochglanzzeitschrift“ im Premiumbereich. Doch darum ging es nicht. Was allein zählte, war der Inhalt. Und der war einfach gut!

Lokales Geschehen begreifen, um die Welt zu verstehen

Die Schüler haben eindrucksstark bewiesen, wie man mit „Bordmitteln“ eine wirklich interessante Schülerzeitung gestalten kann. Themenvielfalt, Recherche und klare Sprachführung überzeugten. Der Autor dieses Artikels betonte in seiner Laudatio: „Das Blatt überzeugt durch seine Vielzahl lokaler Themen. Vom Besuch des örtlichen Tierheims – mit seinen vielfältigen Problemen – bis hin zum Portrait eines jungen Flüchtlings aus Syrien und seinem Bemühen um Integration. Wer die Welt verstehen will, der muss das Geschehen vor Ort begreifen. Genau das habt ihr sehr gut umgesetzt.“

Nach der Preisverleihung ging es zum „Haus der Europäischen Kommission“ am Brandenburger Tor, wo ein tolles Büfett und Livemusik auf die Schülerredakteure warteten. Am nächsten Tag folgten Workshops zu den Themen „Fotografie“ und „Fake News“. Gleichwohl blieb für die jungen Gäste genügend Zeit für Ausflüge zum Alexanderplatz, ins Szeneviertel Kreuzberg und zur „East-Side-Galery“. Kurzum: Ein langes, erlebnisreiches Wochenende, das die Schüler so schnell nicht vergessen werden.

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