Die Verkehrsader B73/Bahn nervt viele Bürger. Foto: mag

Andreas Göhring, Harburg

Die Karstadt- und Schuh Kay-Häuser durch Neubauten ersetzt, Hunderte von Wohnungen im Schippsee-Quartier und eine Reihe von Hochhäusern an der Buxtehuder Straße – das sind die Visionen für die Harburger Innenstadt in 20 Jahren. Zumindest auf einem hölzernen Stadtmodell, das jetzt im großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses zu sehen war, war das alles schon umgesetzt. Das Bezirksamt hatte zu einer „Dialogwerkstatt“ eingeladen, in der die Bürger ihre Vorschläge für Harburgs Zukunft machen konnten.

Vier Planungsbüros
arbeiten am „Masterplan“

Die Resonanz war eher mäßig. Das könnte am Wetter gelegen haben. Wer hat an einem heißen Sommerabend schon Lust auf eine dreistündige „Dialogwerkstatt“? Möglicherweise wussten viele Bürger nichts von dem Termin. Die offiziellen Ankündigungen wirkten eher lustlos. Vielleicht waren viele Bürger auch noch enttäuscht vom „Innenstadtdialog“ vor vier Jahren, als sie auch Vorschläge für die künftige Entwicklung des Gebiets rund um den Harburger Ring bis hin zur Buxtehuder Straße machen konnten. Insgesamt kamen damals 463 Ideen zustande, umgesetzt wurden nur wenige, der Rest geriet in Vergessenheit.

Schade, denn eigentlich ist der Ansatz gar nicht schlecht: Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden hat schon vor zehn Jahren in seiner „Vision Harburg 2020/2050“ Ideen entwickelt. Die hat jetzt das Bezirksamt aufgegriffen, vier Planungsbüros mit der Erstellung eines Masterplans beauftragt und die Bürger zum Mitmachen aufgerufen.

Steht der Masterplan, müssen die Bebauungspläne für die Harburger Innenstadt noch angepasst werden. „Bisher ist in dem Gebiet vieles erlaubt, nur Wohnungsbau nicht“, sagt Harburgs Baudezernent Jörg Penner. „Wenn die Innenstadt attraktiver werden soll, muss da Leben rein – vor allem durch Menschen, die dort wohnen.“
Die wenigen anwesenden Bürger haben mitdiskutiert, sie legten den Fokus aber vor allem auf die schlechten Verbindungen zwischen Harburger Innenstadt und Binnenhafen. Besonders gefragt: ein Tunnel für Fußgänger und Radfahrer zwischen Schloßmühlendamm und Harburger Schloßstraße. Auffallend häufig wurde auch der Wunsch geäußert, die Autos aus dem Quartier zu vertreiben.

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