Trainer beim TuS Osdorf: Piet Wiehle. Foto: Archiv/rp

Von Mateo Schneider.  Wie man sich doch irren kann. „Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass Piet und Philipp ein sehr gutes Duo bilden werden, was unsere Jungs extrem nach vorne bringen wird.“

Es gab „Differenzen über Zuständigkeiten“

Beinahe überschwänglich hatte Cemil Yavas, der Ligamanager des Fußball-Oberligisten TuS Osdorf, im Dezember vergangenen Jahres die Installierung von Philipp Obloch als gleichberechtigtem Partner-Trainer an der Seite von Piet Wiehle kommentiert. Der studierte Sportwissenschaftler und als Datenanalyst arbeitende Obloch als „Kopftyp“ (Originalton Yavas) an der Seite des „Bauchtypen“ Wiehle – das schien allen Beteiligten eine perfekte Kombination. „Es war sofort eine gute Harmonie zu spüren, man war schnell auf einer Wellenlänge“, hatte sich auch Obloch seinerzeit gegenüber dem Online-Portal fussifreunde sehr angetan geäußert.

Unmittelbar vor dem Beginn der Saisonvorbereitung ist davon nichts mehr übrig geblieben. Der TuS Osdorf hat sich nach siebeneinhalb Jahren, in denen Wiehle ein Team geformt hatte, das den Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga schaffte, von seinem langjährigen Coach getrennt. Aufgrund von „Differenzen über Zuständigkeit und Verantwortlichkeit innerhalb des geplanten Trainerteams“, die nach einer Analyse der sportlichen Entwicklung, der Umstrukturierung der neuen Mannschaft und der Trainingsinhalte zutage getreten seien, so Yavas in einer Pressemitteilung.

Wie immer war die Trennung „einvernehmlich“, doch sie hinterlässt auch Fragezeichen. So sind die als ein Trennungsgrund angeführten beruflich bedingten Abwesenheitszeiten Wiehles seit langem bekannt und nicht wie ein Meteoriteneinschlag über dem Blomkamp niedergegangen. Da sowohl der vom Bezirksligisten Roland Wedel gekommene Obloch als auch Wiehle als durchsetzungsstark gelten, war ein gewisser Funkenflug zwischen den beiden Alphatieren von vornherein nicht unwahrscheinlich.

In jedem Fall wartet auf den UEFA-A-Lizenz-Inhaber Obloch eine anspruchsvolle Aufgabe. Dem Osdorfer Erfolgsmodell der vergangenen Jahre eine neues Gefüge zu geben und es taktisch weiterzuentwickeln, gleicht dem Wandeln auf einem schmalen Grat.

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