Der Vorstand des Harburger Integrationsrats: Amman Ullan Khan, Xenia Melnik und Claus Niemann (v.l.). Foto: SL

HAMBURG-SÜD.
Dass sie die Welt nicht komplett aus den Angeln heben können, ist allen Beteiligten klar. „Aber wenn wir ein paar kleine Erfolge haben, dann ist das doch besser, als nichts“, sagt Claus Niemann. Der 72-jährige Polizist im Ruhestand ist frisch gewähltes Mitglied im Harburger Integrationsrat. Zusammen mit Abiturientin Xenia Melnik und Ingenieur Amman Ullan Khan bildet er den Vorstand des 19-köpfigen Gremiums.
Xenia Melnik, sie hat Wurzeln in der Ukraine, und Amman Ullan Khan, er hat Wurzeln in Afghanistan und Indien, wissen genau, wie es ist, als „Ausländer“ in Harburg zu leben. Claus Niemann hat als junger Mann mehr als drei Jahre lang die Welt bereist und später unter anderem als Cop4U in Wilhelmsburg gearbeitet. Heute engagiert er sich ehrenamtlich im Haus der Jugend in Wilhelmsburg. „Der Integrationsrat ist von der Zusammensetzung genauso bunt gemischt, wie die Bevölkerung in Harburg“, so Claus Niemann weiter. „Das sind doch die besten Voraussetzungen dafür, dass wir Ansprechpartner und Sprachrohr sind für alle, die sonst zu wenig Gehör finden.“
Theoretisch hätten im Januar 2019 alle über 16 Jahre alten im Bezirk Harburg lebenden Menschen den zweiten Integrationsrat wählen können – unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Tatsächlich haben nur 1.275 Wähler diese Chance genutzt. Und das zeigt auch genau das Problem des Rates: Nur wenige Menschen kennen ihn. Schlechte Voraussetzungen, wenn man eigentlich eine Brücke zwischen Menschen, Politik, Verwaltung und Vereinen sein will.
Die Mitglieder des Rates dürfen an den Sitzungen der verschiedenen Ausschüsse der Bezirksversammlung teilnehmen und auch mitreden. Der Integrationsrat bietet regelmäßige Sprechstunden in Harburg und Neugraben an. Hier können sich Bürger melden und sagen, wo der Schuh drückt. Weitere vom Integrationsrat angeschobene Projekte: TUHH-Studenten geben Schülern Nachhilfe in deren Muttersprachen. Demnächst sollen Deutschkurse für Mütter angeboten werden, in die sie auch Kinder mitnehmen können.

Kontakt
Sprechstunden
Harburg:
Freiwilligennetzwerk
Hölertwiete 5
Jeden ersten und dritten Montag im Monat
16.30 – 18.30 Uhr
Neugraben:
Stadtteilbüro Neugraben
Neugrabener
Bahnhofstraße 20
Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat
16.30 – 18.30 Uhr

E-Mail:
integrationsrat@
harburg.hamburg.de

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