Entwickelte die Idee für „Finkwarder seggt Moin“: Thorben Gust. Foto: pr

Karkmess-Veranstalter Thorben Gust startete Aktion
für ein freundlicheres Miteinander

S.Borstel/T.Gust, Finkenwerder.
War es früher noch gang und gäbe, dass man sich auf der Insel gegrüßt hat, rückt dieses freundliche Ritual im Zeichen der Großstadt doch immer mehr in den Hintergrund. Weil Finkenwerder zu Hamburg-Mitte gehört? Weil Finkenwerder doch keine richtige Insel mehr ist? Weil mittlerweile zu viele Menschen in diesem Stadtteil leben?
Das muss aber nicht sein. Ein kurzes, freundliches Moin sollte zum guten Ton auf Finkenwerder gehören. Beim Spaziergang an der Elbe oder beim Joggen auf dem Deich. Auf dem Markt oder dem Sportplatz. Und dabei ist es doch egal, ob man sich kennt, vielleicht schon einmal gesehen hat oder gänzlich unbekannt ist. Ein nettes Moin erfreut das Gegenüber und kann ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.
„Ich kenn es doch selbst“, sagt Thorben Gust, Veranstalter der Karkmess, „manchmal bin ich auch unsicher und wenn ich dann doch einfach freundlich grüße, werde ich teilweise verdutzt angeguckt. Oftmals gibt’s aber auch ein Moin zurück – so sollte es sein.“
Die Aktion hat das Ziel, die Menschen auf Finkenwerder für den Umgang miteinander zu sensibilisieren. In Finkenwerder Geschäften sollen Plakate aushängen, die auf die Aktion hinweisen. Ebenso liegen Flyer und Aufkleber aus. „Christian Meyer, Finkenwerders Maler vom Osterfelddeich, hat eigens dafür einen kernigen Finkwarder gemalt, der uns hoffentlich schon bald überall auf der Insel ein freundliches Moin entgegenbringt“, so Thorben Gust.
Bei der Karkmess wurde die Aktion, die vom Kulturkreis, dem Gewerbeverein, dem TuS Finkenwerder, sowie der SPD und der CDU Finkenwerder ideell unterstützt wird, gestartet. Ab jetzt heißt es auf Finkenwerder also „Sei dabei, sag einfach Moin.“

So lief die Karkmess
Von Caja Meier, Finkenwerder

Vom 20. bis 23. Juni war wieder ganz Finkenwerder auf den Beinen, um Karkmess zu feiern. Historisch gesehen war die Finkwarder Karkmess das festliche Highlight des Insellebens. Die Fischer kehrten nach einer langen Saison zurück zu ihren Familien, um die Festtage gemeinsam zu verbringen.
Und tatsächlich wird diese Tradition auch heute noch weitergeführt. Gerade die jungen Menschen kommen aus der Großstadt zurück nach Hause, um alte Freunde nach langer Zeit wieder zu sehen. So erging es auch mir an besagtem Wochenende. Obwohl die Innenstadt und die ehemalige Fischerinsel nur durch die Elbe getrennt sind, ist der Weg doch häufig zu lang und umständlich. Doch die Karkmess ist ein Highlight, auf das viele von uns hinfiebern und als Anlass sehen, den Weg ins Heimatdorf doch einmal wieder auf sich zu nehmen.
Am Donnerstag ging der Rummel los. Und auf den ersten Blick ist alles vertraut. Bekannte Gesichter, Buden mit Bratwurst, Zuckerwatte und Schmalzgebäck, der Autoscooter und das Karussell darf natürlich auch nicht fehlen. Bei einem Fass Freibier geht es im Festzelt zum After-Work-Club schon rund.
Doch ein kleines Detail ist anders: jeden zweiten Körper ziert ein kleiner Sticker, darauf zu sehen ein kerniger Finkwarder und das Motto, unter dem die Karkmess in diesem Jahr steht: „Finkwarder seggt Moin!“ (siehe Artikel oben). Ganz besondere Attraktion sind – wie immer – die Coverpiraten. Die Eintrittskarten sind heiß begehrt, abends steigt die Sause im Festzelt.
Fazit: Die Karkmess hatte wieder für jeden etwas in petto und war ein voller Erfolg. Jetzt heißt es warten, bis es das nächste Mal rund geht auf dem Festplatz am Norderkirchenweg.

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