Die Waitzstraße zählt zu attraktivsten Einkaufsmeilen der Stadt. foto: kroll

Oliver Kroll, Elbvororte

Sie zählt zweifellos zu den schönsten Einkaufsmeilen der ganzen Stadt. Denn geht es um Individualität, Warenangebot, Architektur und Atmosphäre, liegt die Waitzstraße ganz weit vorn. Weit vorn liegt sie leider auch, wenn es um negative Schlagzeilen geht. Denn immer wieder gehen Schaufenster zu Bruch, weil Autofahrer die Gewalt über ihren Wagen verlieren (das Elbe Wochenblatt berichtete). Erst kürzlich landete ein Fahrzeug im Geschäft. Was so natürlich nicht vorgesehen war.
Nun hat das Vorgehen der Verantwortlichen für weiteren Ärger gesorgt. Denn die angekündigte Sperrung der Schrägparkplätze wurde verschoben. Obwohl bereits Schreiben über den Wegfall der Schrägparkplätze und Umgestaltung der Straße verteilt worden waren.

Nach einigen Gesprächen folgt ein Kompromiss

Wie die Interessengemeinschaft (IG) Waitzstraße mitteilte, konnten sich Vertreter von Polizei, Bezirksamt Altona und IG bei einer Begehung nicht auf den Umfang der geplanten Maßnahmen zur Sicherung von Fußweg und Geschäften verständigen. Auch die ins Auge gefasste Ergänzung „zusätzlicher Sicherheitselemente“ ist vom Tisch wie die Einrichtung von Längsparkplätzen. 

Offenbar sind die Maßnahmen zu teuer und in ihrem Umfang zur Zeit nicht zu realisieren. Wie berichtet, hatte die Polizei den Bezirk zum Handeln aufgefordert, nachdem immer wieder Autos in Schaufenster gebrettert waren. Vor allem Rentner waren die Unfallverursacher. Mehrfach wurden dabei offenbar Gas und Bremse verwechselt. Einer der letzten Unfallfahrer soll Golfschuhe getragen haben.  Nach dem vergangenen Unfall war eine Entscheidung vertagt worden.

Ein Blick zurück: Am 20. Mai war eine Seniorin mit ihrem Mercedes ín das Kleidungsgeschäft „Engelei“ gefahren. Spontan entstand so der Plan, die Schräg-Parkplätze durch Längsparkplätze zu ersetzen.
Nach aufreibenden Gesprächen gibt es nun einen Kompromiss. Danach wird das Bezirksamt ein Ingenieurbüro mit einem Gutachten beauftragen. Bestehende Sicherungselemente sollen geprüft werden, ob sie aufgerüstet werden können, um weiteren Karambolagen mit Geschäften zu verhindern. Das bestätigte ein Polizeisprecher.
Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamtes Altona: „Die Untersuchung wird schnellstmöglich in Auftrag gegeben.“ Unklar ist weiterhin, wann mit Ergebnissen zu rechnen ist.

Den Wegfall von Parkplätzen wollten Gewerbetreibende jedoch nicht akzeptieren. Wie die Entscheidung auch ausfalle, so ein Kaufmann, sie werde für weitere Unruhe sorgen. Besucher, die nicht wüssten, was in der Straße vorgehe, meiden die Einkaufsstraße.
Die Einzelhändler begrüßen die Entscheidung der Polizei und des Bezirksamtes. Trotz aller Erleichterung über die neueste Entscheidung ist unvergessen, dass die Witzstraße monatelang umgebaut worden war. Mit offenbar zweifelhaftem Erfolg.

Immerhin hat die ausführliche Berichterstattung über die gehäuften Unfälle ín der Waitzstraße dazu beigetragen, auch dem letzten Hamburger klarzumachen, wo Bürger aus Flottbek und Othmarschen ihre Einkäufe erledigen, bummeln und einkehren: In einer der schöns-ten Einkaufsmeilen der Stadt. Trotz aller zersplitterten Scheiben und erschrockener Passanten.
Inzwischen haben sich die Wogen der Entrüstung geglättet.

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