A-Jugend-Trainer Loic Favé (links) kann nach dem gewonnenen Endspiel gegen Holstein Kiel sein Glück kaum fassen. Foto: Niklas Heiden
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Von Friederike van der Laan, ETV. Sowohl die A- als auch die B-Jugend Regionalliga-Mannschaften der Fußballabteilung des ETV haben sich für die Relegationsspiele zur A- beziehungsweise B-Jugend Bundesliga qualifiziert. Die Hinspiele wurden am 15. und 16. Juni ausgetragen, die Rückspiele finden am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Juni, statt. Grund des Erfolgs der Jugendfußballer des ETV ist neben der kontinuierlichen und beständigen Trainerarbeit auch das Jugendkonzept.

Das U17-Team des Trainergespanns Martin Stawowski (29) und Mehdi Madani (37) sicherte sich bereits am letzten Mai-Wochenende den fünften Tabellenplatz, der zur Relegationsteilnahme berechtigt. Dadurch, dass auf den ersten vier Tabellenplätzen drei zweite Mannschaften von B-Jugend Bundesligisten platziert waren und diese nicht aufstiegsberechtigt sind, reichte der fünfte Platz, um sich für die Relegation zu qualifizieren.

Die A-Jugend um Trainer Loic Favé machte es hingegen spannender und sicherte sich den zweiten Tabellen- und damit Relegationsplatz am letzten Spieltag (1. Juni) mit einem 3:2 gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Holstein Kiel. Das Hinspiel der A-Jugend gegen den Chemnitzer FC fand am 16. Juni auf dem Platz von Teutonia 10 an der Max-Brauer-Allee statt. Der ETV siegte mit 4:1, gute Voraussetzungen für das Rückspiel am 22. Juni in Chemnitz. Die B-Jugend spielte erst auswärts am 15. Juni gegen den Halleschen FC und bestreitet am 23. Juni das Rückspiel auf dem Platz von Union Tornesch. Da der ETV mit 1:7 in Halle verlor, braucht das Team ein „Fußballwunder“ um den Aufstieg doch noch zu schaffen.

Bereits vor zwei Jahren konnte sich die damalige B-Jugend von Loic Favé in den Relegationsspielen durchsetzen und sich für die Bundesliga qualifizieren. Damals sprachen die Verantwortlichen des Vereins von „einem besonderen Quäntchen Glück“. Dass diese Mannschaft, größtenteils der Jahrgang 2000, die Relegationsqualifikation zwei Jahre später wieder schaffen würde, war durch die starke Konkurrenz der beiden Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig und Holstein Kiel nicht zu erwarten, „es war aber auf jeden Fall erklärtes Saisonziel, die ‚Großen‘ zu ärgern“, so A-Jugend-Trainer Loic Favé (27), der die Mannschaft seit der U14 begleitet. Favé, frischgebackener Master-Absolvent im Sportmanagement, zeigt sich im Verein für die gesamte Jugendarbeit verantwortlich und krempelte vor fünf Jahren die Fußballjugend des ETV komplett um.

Auch dass sich die jetzige B-Jugend, der Jahrgang 2002, in dieser Form durchsetzen konnte, erwartete im Verein niemand: „Wir haben vor der Saison den Klassenerhalt als Ziel deklariert. Ein Teil des Teams spielte in der Vorsaison noch in der Landesliga. Wir konnten uns aber durch gezieltes Scouting entscheidend verbessern“, beschreibt Trainer Stawowski die Situation vor der Saison. Dass sich das Team jetzt in der Relegation wiederfindet, ist neben der Arbeit des Trainergespanns Stawowski/Madani auch Ergebnis der kontinuierlichen Jugendarbeit des Jugendkoordinators Loic Favé.

„An erster Stelle steht unser Konzept, an dem sich alle Trainer orientieren und dass als Basis unserer Arbeit fungiert“, so Favé. Dieses Konzept besteht aus den drei Säulen „Entwicklung“, „Zusammenhalt“ und „Emotionen“. Wichtig ist für Favé, die Persönlichkeitsentwicklung seiner Spieler voranzutreiben, das Bestmögliche aus jedem einzelnen herauszuholen und das möglichst nachhaltig. Er erwartet von seinen Trainern neben einer Top-Ausbildung, dass sie die Jugendspieler umfangreich begleiten und in den Trainingseinheiten den Fokus auf die Entwicklung legen. Dazu gehört auch, dass sich die Jugendfußballer untereinander unterstützen und eine große Bindung zu ihrem Team sowie dem Verein aufbauen. „Die Spieler sollen sich einfach wohlfühlen. Viele Spieler beschreiben den ETV als eine Art Familie, das macht mich schon stolz“, so Favé weiter. Daneben spricht auch der Faktor, dass jedes Jahr mehrere Spieler aus Eimsbüttel zu Nachwuchsteams der Nachwuchsleis- tungszentren wie Holstein Kiel, dem FC Sankt Pauli oder dem HSV wechseln, dafür, dass das ETV-Nachwuchskonzept Früchte trägt und funktioniert.
Dass die Erfolgsstory der ETV-Jugendfußballer weiter geht, ist das oberste Ziel der Fußballabteilung und auch dann, wenn es mit den Aufstiegen in die Bundesligen nicht funktionieren sollte. „Diese Spiele sind ein Bonus. Die A-Jugendspieler, also die 2000er, gehen nach den beiden Partien auseinander. Acht der Jugendspieler wechseln in die Landesliga zu den ETV-Herren, andere gehen beispielsweise zu Eintracht Norderstedt, um in der Regionalliga zu spielen. Deshalb wollen sie ihre letzten Spiele einfach nur genießen. Die B-Jugendspieler wollen ihrem Trainer Martin Stawowski einen tollen Abschied bereiten, da er nach der Saison zum FC St. Pauli wechseln wird. Wir haben überhaupt keinen Druck und sind als Nicht-Nachwuchsleistungszentrum klare Underdogs“, schätzt Favé die Situation ein.

❱❱ A-Jugend Relegation Eimsbütteler TV – Chemnitzer FC
Rückspiel in Chemnitz am
Sonnabend, 22. Juni, 11 Uhr

B-Jugend Relegation Eimsbütteler TV – Hallescher FC
Rückspiel in Hamburg: Sonntag, 23. Juni, 11 Uhr, Sportplatz Großer Moorweg 30,
Tornesch (Union Tornesch), Eintritt zwei/vier Euro

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