Anja Blös hat seit 2014 eine Projektpfarrstelle in Wilhelmsburg inne – in wenigen Wochen läuft diese aus. Foto: pr

Wilhelmsburg.
Seit mittlerweile viereinhalb Jahren ist Anja Blös als Pastorin auf der Elbinsel im Einsatz. Seinerzeit hatte die Theologin die vom Kirchenkreis Hamburg-Ost eingerichtete „Projektpfarrstelle Strukturwandel Wilhelmsburg“ angetreten. Wenige Wochen, bevor das Projekt Ende August ausläuft, macht wird jetzt in einre Unterschriftenaktion für den Verbleib der im Stadtteil beliebten Pastorin geworben.
„Aus unserer Sicht wurde mit der Errichtung der Projektpfarrstelle in Wilhelmsburg das realisiert, was intendiert war und in der Regel schwer zu erreichen ist“, heißt es in der Erklärung. „Die evangelische Kirche wird im Zusammenspiel mit anderen religiösen und sozialen Akteuren im Stadtteil wahrgenommen als die verbindende Kraft, die in der Lage ist, zwischen Parteien, Gruppen und Initiativen Interessen so zu vermitteln, dass nachhaltige Beziehungen und Strukturen entstehen.“ Zu den Initiatoren der Aktion gehören unter anderem der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg und der lokale Stadtteilbeirat. „Frau Blös hat einen tollen Job gemacht – es wäre schade, wenn sie gehen müsste“, sagt der Beiratsvorsitzende Lutz Cassel.
Als Projekt-Pastorin ist Anja Blös (derzeit noch) für die gesamte Elbinsel zuständig. Sie engagiert sich in einem christlich-muslimischen Dialogkreis und spricht mit verschiedenen Initiativen im Stadtteil. Der „Strukturwandel“ betrifft in erster Linie die Veränderungen in den beiden Gemeinden: Die Paul-Gerhardt-Kirche der Reiherstieg-Gemeinde wird demnächst abgerissen, und auch die Kirchdorfer Gemeinde denkt aktuell über Verkleinerungen und Einsparungen nach. Gegenüber dem Wochenblatt will sich Anja Blös nicht ausführlich äußern. „Ich kann mir aber gut vorstellen, länger zu bleiben“, sagt sie.
Doch daraus wird wohl nichts werden: „Die Stelle läuft wie vorgesehen im August aus“, sagt Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Anja Blös bleibe jedoch weiterhin Pastorin der Nordkirche. Nach Auskunft des Pressesprechers gibt es im Kirchenkreis insgesamt 15,5 Projektpfarrstellen. Zurzeit werde allerdings kein
Posten neu besetzt. „Dies hat keine finanziellen Gründe, sondern strukturell-personelle. Wir werden in naher Zukunft einen Mangel an Pastorinnen und Pastoren erleben, weshalb man sich auf allen kirchlichen Ebenen damit befasst, mit welchen Schwerpunkten eine Personalverteilung stattfinden kann“, so Koch.
Die Unterschriftenliste liegt unter anderem im Deichhaus (Vogelhüttendeich) aus.

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