Die Flötengruppe der Grundschule am Kiefernberg hat 56.000 Plastikdeckel gesammelt. Damit können 112 Kinder gegen Kinderlähmung geimpft werden. Foto: sl

Von Sabine Langner, HARBURG.

Plastikdeckel auf Kunststoffflaschen, Saftkartons oder Milchtüten landen normalerweise unbeachtet im Müll. Nicht so an der Grundschule am Kiefernberg. Hier haben die Kinder aus der Flötengruppe „Die Flötis“ inzwischen 56.000 dieser kleinen bunten Deckel gehortet. Damit wollen sie die Welt ein
bisschen besser und andere Kinder ein bisschen glücklicher machen.
Hintergrund ist eine weltweite Aktion des Vereins Rotary International. Die Rotarier haben zum Sammeln der Deckel aufgerufen. Sie verkaufen das Sammelgut an ein Recycling-Unternehmen und setzen das Geld anschließend für den Kampf gegen Kinderlähmung ein. Mit dem Erlös aus 500 Deckeln kann man ein Kind impfen.
Kinderlähmung, oder Polio, wie es wissenschaftlich heißt, ist in vielen Teilen der Welt immer noch ein großes Problem. Heilbar ist die Krankheit nicht, nur eine Impfung schützt. „Das Virus ist ganz fies!“, erklären Burak, Ansatasia und Atacan. „Es macht, dass man sich nicht mehr bewegen kann, und manchmal stirbt man auch daran.“
Auf die Idee sind die Kinder durch ihre Betreuerin Daniéle Cher gekommen. „Ich habe von einem Kindergarten in Buchholz gehört. Die Kinder dort haben 12.500 Deckel gesammelt. Als ich das hier unseren Kindern erzählt habe, waren sie sofort Feuer und Flamme und wollten diese Zahl knacken“, berichtet die Pädagogin. Die Sammelleidenschaft der Harburger Kinder hat die heimischen Haushalte offenbar teilweise tüchtig durcheinander gewirbelt. „Die Eltern haben mir erzählt, dass die Kinder teilweise die Deckel auch von den vollen Flaschen abgeschraubt haben“, sagt Daniéle Cher und lacht.
Bis Ende Juni wollen die Kinder erst mal weiter sammeln –
und die 100.000er Marke knacken.

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