Erzbischof Stefan Heße war zu Besuch an der Katholischen Schule Harburg und lobte das Engagement der Schüler beim Spendensammeln. Foto: schommer

Wird die katholische Schule Harburg doch geschlossen? Eigentlich sollte diese Entscheidung erst im Januar 2020 fallen, doch vermutlich werden bereits im September die Weichen gestellt. Dann beschäftigt sich der Wirtschaftsrat des Erzbistums mit dem Standort, mit dessen Entwicklungsmöglichkeiten, mit den aktuellen Anmeldezahlen – und mit dem „standortgebundenen Spendenpotenzial“, so Christoph Schommer, für Schulen zuständiger Sprecher des Erzbistums.
Insgesamt 15,4 Millionen Euro werden benötigt. Schommer: „Die Zahlen sind durch interne und externe Expertisen ermittelt worden.“ Wie viel Geld bereits durch Spenden zusammengekommen ist, sagt der Sprecher nicht.
Hintergrund: Die finanzielle Schieflage des Erzbistum hatte sich über Jahre hinweg ent-
wickelt, ohne dass gegengesteuert wurde. Um die drohende Pleite abzuwenden, wurde Anfang 2018 der Plan vorgestellt, acht der 21 katholischen Schulen zu schließen – darunter alle drei Schulen im Bezirk Harburg. Die Empörung und die Enttäuschung waren groß, besonders unter den Harburger Katholiken.

Ihr seid die besten Werbeträger für eure Schule!
Stefan Heße,
Erzbischof

Der Versuch, die Schulen über eine Schulgenossenschaft zu retten, scheiterte. Daraufhin beschloss das Erzbistum, sechs Schulen zu auslaufen zu lassen, darunter das Harburger Niels-Stensen-Gymnasium und die katholische Schule Neugraben. Der katholischen Schule Harburg wurde eine Gnadenfrist bis Januar 2020 eingeräumt.
Trotz der düsteren Aussichten haben Schüler der KSH in der Hamburger City für den Erhalt ihrer Schule demonstriert. Einen Tag später besuchte Erzbischof Stefan Heße seine jungen Harburger Spendensammler. „Es ist schon beeindruckend, wie ihr bei der Spendenkampagne mitzieht, wie kreativ und engagiert ihr seid“, erklärt Heße, und ergänzt: „Ihr seid die besten Werbeträger für Eure Schule! Wenn einer gute Werbung für die KSH machen kann, dann seid ihr das.“

Zahlen
So schlecht wie es dem Erzbistum Hamburg zu gehen scheint, so viel Vermögen scheint die katholische Kirche insgesamt zu haben. Laut „Der Spiegel“ verfügen die Erzbistümer Paderborn, Köln und München-Freising über Aktiva in Höhe zwischen 3,4 und 4,4 Milliarden Euro und erwirtschaften Jahresüberschüsse im zweistelligen Millionenbereich, München sogar im dreistelligen Millionenbereich.
Das Erzbistum Hamburg, das flächenmäßig größte Erzbistum Deutschlands, schloss 2017 mit einem Minus von über 15 Millionen Euro ab.

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