Jungunternehmer, der in Osdorf aufwuchs: Brando Valencia. Foto: pr

Colleen Johnston, Hamburg-West

Direkt gegenüber der Landungsbrücken hat Brando Valencia, der in Osdorf aufwuchs, das Büro seines Start-Up-Unternehmens. Von hier aus vertreibt er seine Chia-Bowl. Die sei „mega legga, und gesund ist die“, sagt der 35-jährige Jungunternehmer, der die Schule Barlsheide besuchte.

Auf den ersten Blick erinnert das Glas mit den kleinen Kügelchen an Kaviar, aber die Chia Bowl ist rein pflanzlich und besteht aus nahrhaften Chiasamen und Bio-Säften. Das trendige Lebensmittel werde deshalb auch als „Super-Food“ bezeichnet. Valencia entwickelte seinen eigenen To-Go-Snack, weil ihm im Kühlregal der Supermärkte eine schnelle und gleichzeitig nahrhafte Zwischenmahlzeit für Vegetarier fehlte. Valencia lebt seit vielen Jahren fleischfrei. „Für mich soll keiner sterben“, sagt er, und: Es mangele ihm an nichts. Das Besondere an den Chiasamen ist, dass sie sehr sättigend sind und den Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen versorgen.

Valencia, der einige Jahre in Sydney ein Café betrieb, verwendete die Chiasamen anfangs als gesundes Topping für Smoothies und Salate. Eines Tages besuchte ihn ein Freund in seinem Café und erzählte ihm, dass man die Samen in Flüssigkeit einlegen könne. Die geschmacksneutralen Körner können ihr Volumen um das zehnfache vergrößern. Fortan bot Valencia den puddingartigen Snack in seinem Sortiment an.

Vor zwei Jahren beschloss der Halb-Kolumbianer dann in seine Heimat Hamburg zu-rückzukehren. Er war inzwischen Onkel geworden und vermisste das Familienleben. Im Gepäck hatte er das Chiasamen-Rezept und die Idee, diesen Snack in den Einzelhandel zu bringen. „In den Anfangszeiten hat die ganze Familie beim Abfüllen und Verpacken der Chia Gläser mitgeholfen“, erzählt Valencia. Mittlerweile wird die Chia Bowl professionell in einer Hamburger Produktionsstätte hergestellt.

Um die Vermarktung der Chia Bowl voranzutreiben, wagte sich Valencia im vergangenen Jahr in „Die Höhle der Löwen“ beim Fernsehsender Vox. Vor den möglichen Investoren, die die Ideen und Konzepte von Jungunternehmern unter die Lupe nehmen, stellte er die Chia-Bowl vor. „Das war ganz schön aufregend, und einen passenden Deal zu vereinbaren ist gar nicht so einfach“, erinnert er sich. Der Prozess der Entscheidungsfindung dauere viel länger als es der Fernsehzuschauer mitbekomme.

Das Interesse der Löwen war da, denn ein vergleichbares Produkt gab es bisher nicht. Frank Thelen, Juror der Löwen, wollte in die Bowl investieren. Letztlich scheiterte der Deal aber, da der Anteil an Chiasamen in der Bowl die behördlich festgelegte Höchstmenge überschritt. Die Zusammensetzung der Chia Bowl wurde mittlerweile verändert. Ob man den Konsum von Chiasamen überdosieren kann, sei aber ohnehin sehr umstritten.

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