Ingo Mönke. Foto: kreller
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Von Niels Kreller.
HARBURG. Im Elbe Wochenblatt-Interview spricht Ingo Mönke, Erster Patron der Harburger Schützengilde, über die zukünftige Ausrichtung der Gilde.

Herr Mönke – in neun Jahren feiert die Harburger Schützengilde ihr 500-jähriges Bestehen. Wie ist es kurz vor diesem Jubiläum um die Gilde bestellt?
Gut! Wir sind gut aufgestellt und sind zukunftsfähig ausgerichtet.

Was heißt das genau?
Wir wollen 2019 nutzen, um uns intern noch besser zu organisieren und schnaufen auch mal durch. Die Gilde ist gerade dabei, eine Satzungsänderung vorzubereiten, denn wir haben gemerkt, dass die Gliederungen der Gilde für viele Außenstehende nicht verständlich sind. Die vielen Organisationen innerhalb der Gilde wie Schützenkompanie, Fahnenjunker, Sportschützen, Traditionsschützen, Schießclubs und Knopfsergeanten machen es schwer, Neumitglieder zu gewinnen. Viele fragen sich, wo man überall oder überhaupt Mitglied sein muss, um beispielsweise am Vogelschießen teilnehmen zu können oder ob man auch einfach so Mitglied sein kann.

Und wie soll die Gilde in Zukunft aussehen?
Wir werden die Mitgliedschaft in der Gilde vereinfachen. Es wird dann drei Säulen geben: die Traditionsschützen, die Sportschützen und den „Freundeskreis der Gilde“.

Was kann man unter „Freundeskreis der Gilde“ verstehen?
Die Mitgliedschaft dort berechtigt zur Teilnahme an einer ganzen Menge unserer Veranstaltungen. Man darf aber nicht auf den Vogel schießen. Die Mitgliedschaft im Freundeskreis kostet dann nur den halben Beitrag.

Was ist der Hintergedanke hinter dem Freundeskreis?
Wir wollen uns auch für „Zivilisten“ öffnen, für die breitere Gesellschaft. Eben auch diejenigen, die keine Uniform tragen möchten und trotzdem von dem großartigen Netzwerk der Harburger Schützengilde profitieren möchten.

Gibt es da ein bestimmtes Klientel, das Sie in die Gilde
holen wollen?
Aber ja, das gibt es. Wir denken da insbesondere an die selbstständige Handwerkerschaft. Wir haben in Gesprächen mit dem Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden festgestellt, dass vornehmlich die Kaufleute im Wirtschaftsverein organisiert sind, für Handwerker gibt es nichts Vergleichbares. Grundsätzlich ist jeder in der Gilde willkommen.

Wie soll das dann konkret aussehen? Wie möchte die Gilde für Handwerker interessant werden?
Wir wollen eine monatliche Veranstaltung anbieten. Einen Stammtisch zum zwanglosen Austausch zwischen Gilde und Handwerk, aber den Handwerkern dort auch die Möglichkeit bieten, sich untereinander auszutauschen. So können wir die Handwerker an die Gilde heranführen. Da aber die Struktur der Gilde so kompliziert ist und vielleicht einige abschreckt, werden wir sie eben vereinfachen. Vielleicht kommt der eine oder andere ja mal vorbei.

Bleiben die Kaufleute dabei auf der Strecke ?
Keinesfalls , wir wollen an der bisherigen Mitgliederstruktur überhaupt nichts ändern, sondern haben Zielgruppen analysiert, um die wir uns bemühen wollen. Jedes Start-up, jeder Kaufmann, jeder Handwerker, der unser Netzwerk für seine persönlichen Ziele nutzen möchte, ist uns herzlich willkommen. Und wenn daraus auch ab und zu ein Uniformträger wird, dann ist uns um die Zukunft der Gilde nicht bange.

Wird sich die Gilde in diesem Zuge auch für Frauen öffnen?
Wir wollen uns dem nicht versperren und haben ja beim diesjährigen Königsessen einen ersten Schritt getan: Zum ersten Mal in der Geschichte war eine Frau anwesend, nämlich unsere Harburger Bürgermeisterin Frau Fredenhagen. Und das kam positiv bei allen an.
Ja, es gibt Diskussionen darum, die Gilde für Frauen zu öffnen. Auch, weil die Gilde seit fast 500 Jahren anders organisiert ist als beispielsweise Schützenvereine. Das macht es vielleicht nicht ganz einfach, aber wir arbeiten daran. Für dieses Jahr steht es auf unserer Agenda. Im Bereich der Sportschützen gibt es schon lange Frauen und Jugendliche, die bei uns schießen.

Zur Frage der Zukunft der Gilde gehört auch die Frage nach dem Nachwuchs. Wie sieht es mit der Jugend aus?
Da machen wir uns keine Sorgen. Unsere Fahnenjunker haben mehr Zu- als Abgänge. Es läuft da sehr gut. Das liegt an den handelnden Personen, die sich aktiv und erfolgreich um Neumitglieder bemühen. Nachwuchssorgen haben wir so nicht – aber natürlich könnten es immer mehr sein. Wir müssen die Leute mehr an uns binden, besser informieren. Beispielsweise über die sozialen Medien und auch über Mailnewsletter.

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