inzigartige Architektur in einzigartiger Lage: Hoch über dem Museumshafen und Containerriesen Foto: Kroll

Von Oliver Kroll. Essen muss jeder. Ob das in einer Fischbratküche oder einem Sternelokal geschieht, ist (fast) jedem selber überlassen. Wenn das Spektrum an Restaurants so bunt ist wie entlang der Elbchaussee, zwischen dem Süllberg und Ottensen, freut das den Feinschmecker.

So wie Karlheinz Hauser (zwei Sterne) auf dem Süllberg, Thomas Martin im Louis C. Jacob (zwei Sterne) und Heinz Wehmann im Landhaus Scherrer (ein Stern), greift nun nun auch Norman Etzold vom Le Canard nach den Sternen.

Längst vorbei die Zeit, als die Creme fraiche aus Paris angeliefert werden musste

Die Vorbesitzer Ali Güngörmüs, weltweit war er der einzige türkischstämmige Sternekoch, und Florian Pöschl sind Geschichte. Ebenso wie der legendäre aus Kärnten stammende Sepp Viehhauser, der das „Canard“ über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machte. „Damals musste ich die Creme fraiche aus Paris kommen lassen“, so erinnerte sich der begnadete aus Kärnten stammende Koch einst.

Nun also ein neues Kapitel mit dem 35-jährigen Canard-Küchenchef. Äußere Merkmals: Er trägt keine schwarze Küchenschürze, keinen Vollbart und will nicht ins Fernsehen. Kurzum: Allüren sind ihm fremd. Und er will erst einmal kein Buch schreiben. Auch seine Köche Pascal, Felix, Reda und Youzi machen im Vergleich zu manch anderem Szenekoch rein äußerlich einen angenehm unprätentiösen Eindruck.

Mehr als mit wuchtigen Tätowierungen will Norman Etzold mit seiner Küche beeindrucken. Wer seinen Werdegang kennt, wird ihm das gern glauben. Aus der Wurst- und Fleischregion Thüringen stammend, hat er seine Kunst unter anderem im Hilton Hotel in Mainz und der Villa Rothschild im Taunus bewiesen. Dort kam Etzold mit der Gourmetküche in Kontakt und war „begeistert“. Zwei Sterne sind der Beweis für das hohe Niveau.

Es folgte eine Station im Mainzer Hyatt, später ging Etzold nach Österreich. Als Küchenchef im Luxushotel Palais Hansen bekam er mit seiner Küchencrew einen Stern.
Schließlich wurde der gebürtige Stolberger Küchendirektor. Damit war er Chef über sämtliche Restaurants des Luxushotels. „Eine spannende Zeit, aber nach fünf Jahren wollte ich etwas Neues machen.“

Nach einer ausgiebigen Reise gemeinsam mit seiner Freundin und einer Auszeit in Berchtesgarden studierte Etzold dann die Angebote. Mit dem bekannten Ergebnis.
Nun steht er in seinem Lokal hoch über der Elbe, einem schon durch seine Lage außergewöhnlichsten Restaurants der Stadt. Primär schauen seine Gäste auf den Teller, weniger über die Elbe. Derzeit steht, orientiert und zubereitet an der französischen Küche, Saisonales und Regionales auf der Karte: Spargel, Kokos, Lauch und Grapefruit. Dabei setzt der Spitzenkoch auf allerbeste Qualität. Der eine Stern ist fast schon Pflicht.
Denn der Eigentümer und Nachbar der Immobilie, der Star-Architekt Meinhard von Gerkan, liefert weltweit Spitzenarchitektur. Eine ähnliche Leistung dürfte er von Norman Etzold erwarten. Denn der lange gehaltene Stern ist nach dem Brand vor einem Jahr natürlich weg. Mit dem neuen Küchenchef soll sich das ändern.

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