Brigitte Krupke (re.) sorgt sich um das Wohl der Spaziergänger. Kaja Steffens von der Altonaer CDU unterstützt sie: „Ich bin eine große Naturfreundin“, so Steffens. „Aber dort, wo viele Menschen unterwegs sind, muss auch die Verkehrssicherheit gewährleistet sein. Foto: cvs

Von Christopher von Savigny. Sehr laut hat es geknackt und geächzt im Geäst über den Spaziergängern – so geräuschvoll, dass sie vorsichtshalber die Feuerwehr riefen. „Man traute sich dort gar nicht mehr vorbei“, sagt Brigitte Krupke, Anwohnerin der Trabrennbahn Bahrenfeld, die nur ein paar Schritte vom Eingang in den Altonaer Volkspark entfernt liegt.
„Wir haben hier etliche Kitas in der Nähe, die mit ihren Kindern täglich im Park unterwegs sind. Bei starkem Wind kann leicht mal ein morscher Ast abbrechen und jemanden verletzen“, fürchtet die Anwohnerin. Leider hätten die Brandschützer am Ende nur ein rot-weißes Absperrband anbringen können. „Das Bezirksamt muss sich jetzt darum kümmern“, fordert Krupke.

Auf den ersten Blick wirkt Hamburgs größter öffentlicher Park erstmal tipptopp gepflegt: akkurat geschnittene Rasenflächen, saubere Wege – von Gefahr keine Spur. Doch wer einen der weniger ausgetretenen Pfade betritt, stellt schnell fest, dass es hier nach Urwald aussieht. Tote Äste ragen in die Gegend, vieles wächst schief und krumm – was natürlich auch reizvolle Spaziergänge verspricht. „Waldparks wie der Volkspark sind weitgehend naturbelassene Anlagen, wo es durchaus vorkommen kann, dass abgestorbenes Astwerk sich in Ästen verfängt oder auf den Boden fällt“, sagt Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamts Altona. Entsprechenden Hinweisen auf Gefahrenstellen werde nachgegangen.

„Falls sich eine Gefährdungssituation bestätigen sollte, wird dieser abgeholfen“, so Roehl. „Aufgrund seiner Ausdehnung und der großen Zahl von Bäumen wäre eine durchgängige Kontrolle jedoch nur mit einem außergewöhnlich hohen Einsatz von Geld und Personal zu leisten.“ Laut Aussage des Bezirksamts sehen die sogenannten „Baumkontrolleure“ nicht regelmäßig nach dem Rechten, sondern nur nach besonderen Ereignissen wie etwa Sturm.
Allerdings ist im aktuellen Fall noch rein gar nichts passiert – trotz Gefahrenmeldung.

Sven Hielscher (CDU), Mitglied im Altonaer Grünausschuss, sieht die Verantwortung nicht nur bei der Bezirksverwaltung, sondern auch beim Hamburger Senat: „Die Mittel für die Bezirksämter sind in den letzten Jahren so massiv zurückgefahren worden, dass die Verwaltung kaum noch Geld – geschweige denn Personal – für diese Aufgabe zur Verfügung hat.“ Nach Auskunft des Bezirksamts haben die Bäume auf Straßen und Plätzen sowie auf Spielplätzen und in den kleinen Grünanlagen zurzeit „oberste Priorität“.

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