Pastor Christoph Borger. Foto: sl

Von Sabine Langner.
HEIMFELD. 1978 wurde in der Heimfelder Haakestraße, nur ein paar Steinwürfe von der alten St. Pauluskirche, eine neue Kirche gebaut: die St. Petrus Kirche. Doch die jüngste Harburger Kirche ist in den letzten Jahren in ein schweres Fahrwasser geraten. Nach einer Prüfung des Gebäudebestands teilte der Kirchenkreis mit, dass die Gemeinde zwar weiter Geld vom Kirchenkreis bekomme, aber nicht für den Erhalt der Gebäude.
Der geplanten Großgemeinde „Harburg Mitte“ wollte sich die Petrus-Gemeinde nicht anschließen, aus Angst vor einem möglichen Abriss der Kirche. Das Elbe Wochenblatt hat mit Christoph Borger, seit 22 Jahren Pastor in St. Petrus, über die Zukunft gesprochen.

Elbe Wochenblatt: Herr Borger, der Plan, die St. Petrus Kirche ohne nennenswerte Unterstützung des Kirchenkreises zu erhalten, klingt – vorsichtig ausgedrückt – sehr sportlich.
Christoph Borger: Als die ersten Gespräche über eine mögliche Fusion aufkamen, waren viele Gemeindemitglieder und ich sehr irritiert über die Panik, die da mitschwang. Alle Harburger Kirchen wurden geradezu pleite gerechnet. Aber wir glauben nicht, dass eine Fusion das Allheilmittel ist.
EW: Wie wollen Sie den Gebäudeunterhalt finanziell stemmen?
CB: Wir haben einen Förderverein gegründet, dessen rund 100 Mitglieder regelmäßig einen Beitrag zahlen. Wir haben Rücklagen und konnten die 100.000 Euro für das neue Dach des Gemeindehauses jetzt problemlos bezahlen. Wir erwirtschaften Geld durch Vermögenszinsen und die Vermietung von Räumen. Und die 22.000 Euro für 220 neue Stühle haben wird durch Spenden zusammen bekommen.
EW: Die Finanzierung durch den Kirchenkreis ist ja erst im letzten Jahr ausgelaufen. Wie soll es weiter gehen?
CB: Das weiß ich auch nicht, aber wir haben doch nichts zu verlieren. Die Frage ist doch viel eher, wie man eine lebendige Kirche schafft, in der die Menschen eine Art Zuhause finden. Durch das Gefühl, ein bisschen wie das gallische Dorf in den Asterix-Comics kämpfen zu müssen, ist bei uns in der Gemeinde eine Aufbruchsstimmung entstanden, die eine ungeheuer positive Energie hat. Wir haben großartig engagierte Menschen hier, die regelmäßig nach dem Sonntagsgottesdienst den Petrusladen betreiben, die jeden Dienstag Kuchen backen und das Café organisieren.

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