Demnächst beendet Leonie ihr FSJ im Langenbeker DRK-Hospiz. Foto: DRK Kreisverband Hamburg-harburg

Siegmund Borstel/DRK.

HARBURG. Es ist die Chance, eine besondere Erfahrung zu machen: Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im DRK-Hospiz in Langenbek entscheidet, erlebt Trauer, aber auch Lebensfreude und Humor. Ab Sommer wird im Haus am Blättnerring ein FSJ-ler (w/m) gesucht, der sich gemeinsam mit dem 30-köpfigen Team um schwerkranke Gäste kümmern möchte. Bewerbungen sind ab sofort möglich.
Noch arbeitet Leonie (19) in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr im Harburger Hospiz: „Mir ist hier neben der hauswirtschaftlichen und pflegerischen Tätigkeit glasklar geworden, wie wertvoll mein Leben ist, auch wenn das klingt wie ein Kalenderspruch. Ich habe gemerkt, dass ich gut mit dem Tod umgehen kann, dass ich die Belastung verkrafte und zugleich sensibel bleibe. Der Tod ist hier nicht immer das zentrale Thema und jeder Gast entscheidet, ob wir darüber sprechen oder nicht.“
Was eigentlich als Überbrückung bis zum Beginn der Ausbildung zur Ökotrophologin gedacht war, änderte Leonies berufliche Zukunft. „Ich weiß jetzt, dass ich beruflich in den pflegerischen Bereich gehen und nicht Diätassistentin werden möchte“, erklärt sie. Deshalb steht ab Herbst der nächste Schritt, eine Pflege-Ausbildung mit dualem Studium im Krankenhaus Winsen an.
Als FSJ-lerin ist sie aber auch mit den Hauswirtschafts-Kolleginnen im täglichen Kontakt. Denn im Hospiz wird in einer offenen Küche für die zwölf Gäste und ihre Angehörigen alles selbst gekocht. „Essen ist ein wichtiges Thema. Spaß am Kochen und Backen sollte man schon mitbringen“, erklärt Leonie. „Wir bereiten jeden Tag zu, was die Gäste sich wünschen, am beliebtesten ist Hausmannskost. Und jeden Tag backen wir Kuchen.“
Blickt sie zurück, dann sind es zwei Situationen, an die sie sich besonders erinnert: Die eine war, noch bevor alles losging. „Meine Eltern waren überrascht, als ich das Hospiz für ein FSJ in Erwägung zog und fragten mich: Warum? Die Frage für mich war: Warum nicht? Wir sind doch alle froh, diese Hilfe zu bekommen, wenn wir sterbenskrank sind. Diese Hilfe muss gegeben werden, also müssen Menschen da sein, die das leisten.“
Dass sie selbst vor kurzem auch für eine schwerkranke Frau da sein konnte, hat sie als positiv empfunden. „Ich saß nur an ihrem Bett und habe ihre Hand gehalten. Sie wollte, dass ich bleibe. Zu wissen, dass sie das brauchte und ich das geben konnte, macht mich froh. Sie starb in der nächsten Nacht.“
Wie wichtig die FSJ-ler im
Hospiz sind, betont Britta True, Leiterin des Hauses. „Für unsere Gäste und uns sind diese jungen Menschen eine echte Ergänzung des Teams. Sie begeistern durch ihre Offenheit, ihre Energie, sie sind unvoreingenommen. Das strahlt auf alle ab.“

Hintergrund
– Die Arbeitszeit beläuft sich in der Regel auf 38,5 Stunden wöchentlich, Samstagsdienste im Hospiz sind alle 14 Tage.
– Freiwillige werden während ihres Dienstes vom DRK kranken-, renten- und unfallversichert.
– Wer ein FSJ abgeleistet hat, darf bei der Studienplatzvergabe nicht benachteiligt werden. Ein FSJ kann als Wartezeit geltend gemacht werden.
– Das FSJ gilt als ehrenamtliche Tätigkeit ohne Gehalt, es gibt aber ein Taschengeld.
– Für Bewerbungen im DRK-Hospiz bitte Kontakt aufnehmen zu: Britta True, Tel. 040/ 33 42 41 612, E-Mail b.true@drk-hospiz.hamburg

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