Volle Tribünen im Derbypark. Foto: kroll

Oliver Kroll, Hamburg-West

Was machen die vielen Menschen auf dem Flottbeker Derby-Gelände? Diese Frage stellten naturgemäß keine Anwohner der Jürgensallee, dem Quellental oder der Baron Voght-Straße. Hier ist das Parken meist so unkompliziert wie in einer Auffahrt der hier häufigen Anwesen. Der Auflauf an Pkw und Fußgängern, Radfahrern und unzähligen Pferdenarren ist so riesig wie sonst nur beim Fußball. Selbst die alljährliche Verkaufsausstellung „Home & Garden“ ist dagegen ein Kindergeburtstag.

Die Zuschauer auf der Tribüne, den Wiesen rund um den Turnierplatz und dem VIP-Zelt sahen bei bestem Wetter ein spannendes Finale. Nisse Lüneburg aus Hetlingen hatte hier Glück, ein tapferes Pferd und gute Nerven auf seiner Seite. Nur zwei von 32 Paaren gelang vor mehr als 25.000 begeisterten Zuschauern eine fehlerfreie Runde im 90. Deutschen Spring-Derby. Lüneburg aus Hetlingen in Schleswig-Holstein hat das Derby seit 2012 zum dritten Mal gewonnen. „Beim ersten Derby-Sieg war ich vollkommen geflasht. Davon hat man als Kind mal geträumt. Beim zweiten Mal wurde die Leistung unterstrichen und jetzt habe ich mit einem anderen Pferd gewonnen“, kommentierte Lüneburg seinen Sieg.

Während sich sein elfjähriger Brauner über eine Extraportion Futter freute, kann sich sein Reiter über die Siegprämie in Höhe von 30.000 Euro und eine Kaffeemaschine des Hauptsponsors freuen. Ob das Lachen über die Kaffeemaschine immer herzlich war, konnte nicht in jedem Fall geklärt werden. Fest steht hingegen, dass sich der Gewinner bei Nichtgefallen der Kaffeemaschine sicherlich eine neue leisten kann.

Zurück zum Sport: Reitlegende Achaz von Buchwaldt sagte nach Lüneburgs Sieg: „Der junge Mann hat trotz des Drucks kühlen Kopf bewahrt. Es war eine clevere, taktisch kluge Darbietung.“ Und der Derby-Gewinner lobte sein Pferd: „Es ist ein Verlasspferd mit einem Wahnsinnscharakter.“
Mit nur 1,19 Sekunden Rückstand und ebenfalls null Fehlern wurde der Ire Shane Breen Zweiter. Bejubelte Dritte mit einem Fehler wurde Sandra Auffarth mit Nupafeed’s La Vista. Die Vielseitigkeits-Weltmeisterin aus Ganderkasee absolvierte den 1.230 Meter langen Parcours mit Bravour.

Bravour und wenig Berührungsängste zeigten auch die vielen Zuschauer, als es sie zu den Autos, Fahrrädern und S-Bahnen zog.
Selbst der Sportsenator und einstige Reiter Andy Grote zeigte sich begeistert: „Dieses Großereignis ist ein absolutes Juwel.“ Die Stadt müsse alles dafür tun, „den Derbyplatz für die Zukunft zu sichern“.

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