So sieht der Bahnhof Diebsteich heute aus. Foto: schneider

Mateo Schneider, Altona

Die beißende Ironie ist nicht zu überlesen. „Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten ist produktiv, beide Seiten haben sich mittlerweile auf einen der Bedeutung des Projektes angemessenen fachlichen Tiefgang verständigt.“ So kommentierte der Verkehrsclub Deutschland VCD jüngst die vergangene Gesprächsrunde mit Bahn AG, Investor, Stadt Hamburg und der Bürgerinitiative Prellbock zur geplanten Verlegung des Fernbahnhofs Altona an den Diebsteich.
Und weiter: „Es ist erstaunlich und erschreckend, dass diese für einen stringenten Planungsprozess unerlässlichen Arbeiten nicht bereits im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchgeführt wurden.“

Seit die Verlegungsgegner VCD und Prellbock den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes aus dem Dezember 2017 im August 2018 vor dem Hanseatischen Oberverwaltungsgericht vorläufig außer Kraft gesetzt haben, darf am Diebsteich nicht gebaut werden. Dreimal haben sich VCD und Prellbock auf der einen, Bahn AG, Investor und Stadt auf der anderen Seite seitdem zu sogenannten Faktenchecks getroffen.

„Wir sind mit drei Zielen in diese Gespräche gegangen“, sagt Rainer Schneider, Vorstandsmitglied des VCD Nord. „Wir wollen die Verlegung verhindern, wir wollen die Fakten kennen und mit den Entscheidern in einen Dialog kommen. Das war nur auf dem Klageweg möglich.“
Von ihrem erfolglosen Weg, VCD und Prellbock die Klagebefugnis absprechen zu lassen und sie einzuschüchtern, ist die Bahn AG mittlerweile abgerückt. Das Mobilitätsunternehmen hat nun eine Task Force aus Fachleuten unter anderem aus der Konzernzentrale in Frankfurt gebildet, „die zumindest ein fachliches Niveau hat“, so Schneider. „Vorher war es teilweise erschütternd.“

Aus den an den Gesprächen Beteiligten sind mittlerweile zwei Arbeitsgruppen gebildet worden. Die eine beschäftigt sich mit den Zahlen, die andere mit dem Betrieb. Am vergangenen Mittwoch hatte der für die Stadt federführend an den Gesprächen beteiligte Finanzsenator Andreas Dressel die Verlegungsgegner VCD und Prellbock zu einem Gespräch eingeladen – ohne Bahn AG und Investor. Es könnte sein, dass deren Probleme bei der geplanten Verlegung größer sind, als sie bisher zugestehen wollten.

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